Saleh kehrt in den Jemen zurück

Jemens scheidender Langzeitmachthaber Ali Abdullah Saleh kehrt zur bevorstehenden Machtübergabe noch einmal in seine Heimat zurück. Rund zehn Millionen wahlberechtigte Jemeniten hatten zuvor am Dienstag einen neuen Präsidenten gewählt.

Am Freitag soll das offizielle Ergebnis der Wahlen im Jemen bekannt gegeben werden (Archiv).

Bild: Keystone

Am Freitag soll das offizielle Ergebnis der Wahlen in Jemen bekannt gegeben werden (Archiv).

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Kairo. – Einziger Bewerber war der langjährige Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent, wie lokale Medien am Mittwoch berichteten. Das offizielle Ergebnis soll erst am Freitag bekanntgegeben werden. Der scheidende Präsident Saleh war 33 Jahre lang an der Macht.

Wie die Agentur Mareb Press unter Berufung auf informierte jemenitische Kreise berichtete, wollte Salih noch am Mittwoch aus den USA abreisen und in seine Heimat zurückkehren. Bei einem Anschlag Anfang Juni 2011 hatte Saleh schwere Verletzungen erlitten. Deshalb lässt er sich im Ausland medizinisch behandeln.

Der Machtwechsel im Jemen ist für die arabischen Länder bislang einmalig. Saleh erklärte im November offiziell, dass er sich aus der Politik zurückzieht. Im Gegenzug wurden ihm Immunität und Straffreiheit garantiert. Gegen diese Regelung laufen Oppositionsgruppen seit Monaten Sturm.

Auch einen Tag nach der Wahl forderten wieder Tausende von Menschen in Sanaa, dass Saleh strafrechtlich verfolgt wird. Salehs Nachfolger Hadi wird lediglich für zwei Jahre als Übergangspräsident im Amt sein. Dann sind erneut Wahlen geplant, bei denen mehrere Kandidaten gegeneinander antreten sollen.

Im Wahlkampf hatte der Feldmarschall rasche Reformen versprochen. Vorgesehen ist auch, dass die zahlreichen Verwandten Salehs Armee, Geheimdienst und Polizei verlassen müssen.

Die Wahl war von Gewalt im Süden und in einigen Bezirken im Nordwesten überschattet, mindestens vier Menschen sollen getötet worden sein. Berichtet wurde über Versuche, sowohl von Al-Kaida-Terroristen als auch der schiitischen Houthi-Bewegung, Wähler an der Stimmabgabe zu hindern. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 22.02.2012, 21:13 Uhr
  • Webcode: 1361679

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