Monti erklärt sich bereit wieder Regierungschef zu sein

Der zurückgetretene Premierminister Italiens, Mario Monti, will nicht als Kandidat am Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Februar teilnehmen. Er erklärte sich jedoch zur Übernahme der Führung des Landes bereit, sollte der Vorschlag von einem Parteienbündnis kommen, das seine Agenda unterstützt.

Der scheidende ist vielleicht auch der künftige Regierungschef Italiens: Mario Monti .

Bild: Keystone

Seiner Meinung nach hat Italien die Finanzkrise überwunden: Mario Monti, scheidender Regierungschef (Archiv).

Bild: Keystone

Rom. – Er werde an der Seite keiner Partei am Wahlkampf teilnehmen, stehe jedoch für Ratschläge zur Verfügung, sagte Monti an einer Medienkonferenz am Sonntag. Er hoffe, dass seine Agenda mit Reformvorschlägen zur Modernisierung des Landes dazu beitragen werde, im Wahlkampf neue Energien wach zu rufen.

Monti lehnte einen Vorschlag des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi ab, bei der Wahl als Kandidat eines von ihm unterstützten Mitte-rechts-Bündnisses anzutreten.

Seiner Ansicht nach sei die Spaltung zwischen dem Mitte-Links- und dem Mitte-Rechts-Block in Italien veraltet, sagte Monti. Man müsse Kräfte vereinen, die ein tief greifendes Reformprogramm für die Erneuerung Italiens unterstützen wollen.

Monti war am Freitag wenige Monate vor Ablauf seiner Amtszeit zurückgetreten, nachdem die konservative Partei von Berlusconi seiner Regierung parteiloser Experten die Unterstützung entzogen hatte. Staatspräsident Giorgio Napolitano machte am Samstag mit der Auflösung des Parlaments den Weg für Neuwahlen am 24. und 25. Februar frei.

Monti selbst kann bei der Wahl direkt nicht als Spitzenkandidat nominiert werden, da er bereits das Amt eines Senators auf Lebenszeit innehat. Er könnte aber als inoffizieller Kandidat eines Zentrumsbündnisses in den Wahlkampf gehen und dann im Nachhinein zum Regierungschef ernannt werden.

Kurz nachdem Monti seine Bereitschaft signalisiert hatte, nach den Neuwahlen wieder als Regierungschef anzutreten, richtete Berlusconi eine scharfe Attacke gegen dessen Regierung.

«Seitdem in Italien das Technokratenkabinett die Führung übernommen hat, ist alles zugrunde gegangen», sagte der frühere Regierungschef, der als Stargast in der von RAI 1 gesendeten Sonntagsshow «Domenica In» auftrat. «Das Kabinett hat uns zu Deutschlands Linie des Sparkurses gezwungen, der in die Rezession treibt.»

Monti sei zwar «menschlich angenehm», er sei jedoch ein Professor und kein Wirtschaftskapitän wie er selbst. «Monti hat zu viele Fehler gemacht», warnte Berlusconi.

Monti sprach an der Medienkonferenz auch die Beziehungen zur Schweiz an. Die momentan laufenden Verhandlungen über ein Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien bezeichnete er als «konstruktiv».

Bei den Verhandlungen, die seit mehr als einem halben Jahr laufen, geht es um die Regularisierung unversteuerter Gelder italienischer Steuerpflichtiger in der Schweiz, sowie um eine Quellensteuer auf künftige Kapitalerträge. Weitere Themen sind der Marktzutritt, das Doppelbesteuerungsabkommen, italienische «schwarze Listen» sowie die Grenzgängerbesteuerung.

Monti kam auch nicht darum herum, zu einem etwaigen Besitz von Bankkonten in der Schweiz Stellung zu beziehen. «Ich sehe, es geht um hochpolitische Themen», sagte Monti mit sarkastischem Unterton. Und fügte dann an: «Nein, ich hatte keine.» Die Debatte darum bezeichnete er als «lächerlich». (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 23.12.2012, 20:02 Uhr
  • Webcode: 2731953
 
 

Gast
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Code:*
Enter your dog's name:
Speichern Vorschau

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

suedostschweiz.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

Ringo Starr

23.12.2012 20:33 Uhr

Monti nochmals Präsident---

--- hoffentlich! Bei dieser Konkurrenz---!

 

Di, 29.07.2014 21:45 Uhr | 0 Kommentare

Rund vier Monate nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs zum Walfangverbot für die Antarktis hat Japan wieder Meeressäuger getötet. Die japanische Walfangflotte habe 115 der Tiere im Pazifik erlegt, teilte die japanische Fischereibehörde am Dienstag mit.

mehr...

Di, 29.07.2014 21:44 Uhr | 0 Kommentare

Die EU-Staaten machen mit Wirtschaftssanktionen gegen Russland Ernst. Zwölf Tage nach dem mutmasslichen Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine verständigten sich die EU-Botschafter am Dienstag auf Exportverbote und Beschränkungen für vier Branchen.

mehr...

Di, 29.07.2014 21:05 Uhr | 0 Kommentare

Die fünf Länder des südamerikanischen Staatenbundes Mercosur wollen die Integration in dem Wirtschaftsblock stärken und Hindernisse für ein Freihandelsabkommen mit der EU aus dem Weg räumen. Dazu kamen die Staats- und Regierungschefs der 1991 gegründeten Allianz am Dienstag zu ihrem turnusmässigen Gipfeltreffen in Caracas zusammen.

mehr...

Di, 29.07.2014 18:31 Uhr | 3 Kommentare

Nach der schlimmsten Bombennacht seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen macht sich zunehmend Verzweiflung in der Enklave breit. Am Dienstag wurde auch noch das einzige Kraftwerk von Granaten in Brand gesetzt.

mehr...

Di, 29.07.2014 18:03 Uhr | 0 Kommentare

Zwei Monate nach den Todesschüssen im Jüdischen Museum in Brüssel ist der mutmassliche Attentäter von den französischen Behörden an Belgien überstellt worden. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Dienstag unter Berufung auf Justizkreise.

mehr...

Weitere Artikel

Community

Multimedia

Top-Deals

Valser Bergromantik bei einer Zervreila-Wanderung: Berg- und Talfahrt von/nach Vals mit Mittagsteller für 2 Personen
CHF 40.-
CHF 80.-
mehr
Royalbeach Picknick-Kühltasche mit Picknick-Decke inkl. Versand
CHF 49.-
CHF 99.-
mehr
Ausflug mit dem Nostalgiezug Davos-Landwasser für 1 Erwachsener von Davos Platz-Filisur-Bergün und zurück (oder umgekehrt) in der 2. Klasse
CHF 22.-
CHF 44.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website