Direkt zum Inhalt

Klimawandel bedroht laut UNO Fortschritte in Entwicklungsländern

Der Klimawandel bedroht Fortschritte, die Entwicklungsländer im Gesundheitswesen, in der Bildung und im Wohlstand erzielt haben. Zu diesem Schluss kommt das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) in seinem jüngsten Bericht. Die UNO ruft die Regierungen zum Handeln auf, um Rückschritte zu vermeiden.

Logo des UNO-Entwicklungsprogramms.
Logo des UNO-Entwicklungsprogramms.

Genf. – Zwischen 1970 und 2010 sei der Human Development Index (HDI) weltweit um 41 Prozent angestiegen. Der HDI wurde vor 20 Jahren als Gegenmodell zu rein wirtschaftlichen Entwicklungs-Gradmessern entwickelt. Er berücksichtigt auch statistische Daten zu Gesundheit, Umwelt und Bildung.

Im Gesundheits- und im Bildungswesen sowie in Bezug auf das Einkommen habe es grosse Fortschritte gegeben, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten UNDP-Jahresbericht. Der Bericht wurde mit Blick auf die im Juni 2012 in Brasilien stattfindende UNO-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 veröffentlicht.

Die Länder, die sich im untersten Viertel der HDI-Rangliste befinden, haben laut Bericht Fortschritte von 82 Prozent gemacht. Das sei zweimal mehr als der weltweite Durchschnitt. Geht die Entwicklung so weiter, erreichen diese Länder bis 2050 das oberste Viertel der Rangliste.

«Das wäre ein grosser Fortschritt für die menschliche Entwicklung weltweit», sagte die Direktorin der Studie, Jeni Klugman, an einer Medienkonferenz in Genf. Dieser positiven Entwicklung drohen aber Rückschritte.

Der Bericht warnt davor, dass bis 2050 der Klimawandel diese Entwicklung abrupt stoppen könnte. Die Menschen in den ärmsten Ländern seien den Katastrophen, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen, nämlich viel mehr ausgesetzt als die Menschen in den Industrieländern.

Die Zerstörung der Umwelt schreite immer schneller voran und die Ungleichheiten nähmen zu, heisst es weiter. Weltweit stehe die Hälfte der Fälle von Unterernährung im Zusammenhang mit Umweltfaktoren. Dazu gehörten beispielsweise die Wasserverschmutzung und die Trockenheit.

Damit Anpassungen an den Klimawandel vorgenommen werden können, sind laut UNDP-Schätzungen Investitionen in der Höhe von 105 Millionen Dollar jährlich nötig. Die UNO-Organisation spricht sich in dem Bericht erneut dafür aus, eine Taxe auf Finanztransaktionen einzuführen, um die Entwicklung in den armen Ländern zu finanzieren. (sda)

Ihre Meinung zum Thema

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
Image CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.