Josias Gasser schickt Tarzisius Caviezel nach Hause

Überraschender Ausgang der Nationalratswahlen in Graubünden. FDP-Nationalrat Tarzisius Caviezel schaffte die Wiederwahl nicht, sein Sitz holt der Grünliberale Josias Gasser. Als Nachfolgerin von SP-Nationalrat Andrea Hämmerle kehrt Silva Semadeni in den Nationalrat zurück.

Ein nachdenklicher Tarzisius Caviezel.

Chur. – Die Bündner Abordnung im Nationalrat ist praktisch rundum erneuert. Nicht mehr im Nationalrat vertreten ist die FDP, die eine herbe Niederlage erlitt. Tarzisius Caviezel, ihr bisheriger Mann in Bern, muss seinen Sessel räumen. Für ihn zieht der Grünliberale Josias Gasser nach Bern.

Im Gegensatz zu den Wahlen vor vier Jahren büsste die FDP massiv Wähleranteil ein. Kam sie 2007 noch auf einen Anteil von 19,1 Prozent, so wählten am Sonntag nur noch 11,9 Prozent der Bündnerinnen und Bündner FDP.

Enttäuschter Caviezel

Gefasst, aber enttäuscht reagiert FDP-Nationalrat Tarzisius Caviezel auf seine drohende Abwahl. «Das sich abzeichnende Resultat ist eine Enttäuschung für mich», erklärt er gegenüber «suedostschweiz.ch». Er müsse jetzt analysieren, ob seine Abwahl mit seinem Wahlkampf zu tun gehabt oder ob es an der FDP Graubünden gelegen habe, so Caviezel weiter.

«Man muss sich dem Wettbewerb stellen. Es gibt immer Sieger und Verlierer. Vor vier Jahren war ich auf der Gewinnerseite, heute auf der Verliererseite.» Ausserdem tönte er an, dass er eine Kandidatur für den Bündner Regierungsrat nicht ganz ausschliesse.

GLP und SVP sind die Sieger

Die Sieger der Nationalratswahlen 2011 sind die Grünliberalen und die neue SVP. Für die Grünliberalen zahlte sich die Listenverbindung mit der SP, der Juso und der Verda aus. So erreichte die GLP bei ihren ersten nationalen Wahlen einen Wähleranteil von knapp 8,3 Prozent – und wegen der Listenverbindung eroberte Josias Gasser gleich einen Nationalratssitz.

Ebenso zu den Siegern zählt die SVP, die sich in Graubünden nach dem Rauswurf vor vier Jahren durch die nationale Partei neu aufstellen musste. Kam die damalige SVP 2007 auf 34,7 Prozent, so erreichte die neue SVP mit ihren verschiedenen Listen dieses Jahr knapp 25 Prozent. Sie schickt nun den früheren Chef der Bündner Fremdenpolizei, Heinz Brand, nach Bern. Dieser übernimmt damit einen der beiden Sitze der BDP, jenen von Brigitta M. Gadient. Die BDP ist in den kommenden vier Jahren mit ihrem bisherigen Hansjörg Hassler vertreten, der mit 21 421 Stimmen das beste Resultat aller Bündner Kandidaten erzielte.

Ergänzt wird die Bündner Nationalratsdelegation von Martin Candinas, der neu den CVP-Sitz von Sep Cathomas einnimmt. Und für den abtretenden SP-Nationalrat Andrea Hämmerle nimmt Silva Semadeni den Sitz ein. (rem)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 23.10.2011, 19:00 Uhr
  • Webcode: 1283670
 

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Mara Meier

24.10.2011 09:21 Uhr

Das FDP-Debakel: eine logische Konsequenz

Auch ich - FDP-Mitglied - habe Herrn Caviezel nicht gewählt. Nicht weil er für Bündner Verhältnisse etwas zu glatt poliert daherkommt. Aus persönlichen Gründen. Als er bei einer Veranstaltung mit mir sprach, schielte er redend und nickend bereits über meine Schulter zum nächst Besseren. Das ist nicht nur unhöflich, sondern auch unklug. Dass es symptomatisch ist für seine Persönlichkeitsstruktur, wage ich zu behaupten. Seine Abwahl war aus meiner Sicht deshalb vor allem s e i n e Abstrafung. Ein Debakel für die FDP dazu, welcher die markanten, grossen Männer und Frauen nicht mehr anzugehören scheinen (Wo verstecken die sich eigentlich so lange?), die die ökologischen (und sozialen!) Themen - auch traditionell liberale, ja urbürgerliche Anliegen - ohne Not aus der Hand gegeben hat, um sie einer Partei auf die Türschwelle zu legen, die das arrogant und ignorant Verschmähte gerne aufnahm und hätschelte. Wer will ihr das vorwerfen?//Meine persönliche Befindlichkeit als politische Verliererin: Motivation. Lust auf Politik.//Die Niederlage: A Blessing in Disguise?

Räto Camenisch

24.10.2011 09:20 Uhr

Wahlwerbung

Extrem lästig was einige Parteien mit meinem Briefkasten gemacht haben.
Er ist angeschrieben mit "bitte keine Werbung"
und die Parteien senden an alle Einwohner. (Nicht persöhnlich adressiert)
Die Post stellt zu, ohne Rücksicht auf uns, und unsere klar deklarierten Briefkästen.
Für mich stellt bei solch unerwünschter Belästigung die Frage der Lautbarkeit.
Ich habe die lästigen 4 Parteiendie die respektlos meinen Briefkasten geflutet haben sicher nicht noch gewählt. Wer respektlos vorgeht soll nicht noch Respekt erhalten.

Peter Meister

23.10.2011 19:13 Uhr

So kommts, wenn ...

... man den Volkswillen und deren Nöte nicht beachtet. Ich habe für mich mit TC (und auch mit einigen anderen ehemaligen NR von Graubünden) auch diese Erfahrung gemacht. Ich habe ihn wegen eines politischen Anliegens angeschrieben. Antwort darauf erhielt ich keine. Ich bin erfreut, dass das Wahlresultat so ausgefallen ist. Politiker die die Nöte des Volkes nicht zur Kenntnis nehmen wollen gehören nicht in der Nationalrat. Darum geht für mich die Nichtwahl von TC voll in Ordnung.

 

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