Hunderttausende gehen gegen Atomkraft auf die Strasse

Angesichts der Atomkatastrophe von Japan haben am Samstag hunderttausende Menschen in Europa gegen die Atomkraft demonstriert. Beim bisher grössten Atom-Protest in Deutschland forderten insgesamt 250'000 Demonstranten den sofortigen Ausstieg.

Einer von vielen: Ein AKW-Gegner in Berlin.

Bild: Keystone

Kundgebung in Köln.

Bild: Keystone

Berlin. – Unter dem Motto «Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten» gingen in den vier grössten Städten Berlin, Hamburg, München und Köln mehr Menschen auf die Strasse, als die Veranstalter zuvor erwartet hatten. Um 14.15 Uhr gedachten die Teilnehmer mit einer Schweigeminute der Opfer von Erdbeben und Tsunami in Japan.

In Berlin zogen die Demonstranten mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die Innenstadt. Die Polizei nannte weit mehr als 50'000 Teilnehmer, die Veranstalter 120'000. Die AKW-Gegner schwenkten Transparente mit Aufschriften wie «Atomkraft zerstört Leben» oder «Fukushima ist überall».

Fukushima habe gezeigt, dass die Atomkraft unbeherrschbar und gefährlich sei, erklärten die Veranstalter. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, rief der Menge zu, die Lichter würden nicht ausgehen, wenn es in Deutschland keine AKW mehr gebe.

In Hamburg zählte die Polizei mehr als 40'000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 50'000, darunter viele Familien. In Köln beteiligten sich nach Schätzung der Veranstalter rund 40'000 Menschen, in München versammelten sich trotz Regens 40'000 friedlich im Zentrum.

Auch in Rom gingen einige tausende Menschen auf die Strasse, um die Regierung von Silvio Berlusconi zum Verzicht auf ihre Atompläne aufzurufen. Die Kundgebung wurde von einem Bündnis aus Oppositionsparteien und Umweltschutzorganisationen organisiert.

Die Anti-Atom-Aktivisten appellierten an die Italiener, sich am 12. und am 13. Juni am Referendum zu beteiligen, mit dem ein umstrittenes Gesetz zum Neubau von Atomkraftwerken im Land verhindert werden kann.

Gegen das Gesetz, mit dem die Regierung Berlusconi nach 23 Jahren wieder die Rückkehr zur Atomenergie besiegeln will, hatten Oppositionsparteien in den vergangenen Monaten über eine halbe Million Unterschriften gesammelt. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 26.03.2011, 18:49 Uhr
  • Webcode: 1165056
 

Gast
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Speichern Vorschau

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

suedostschweiz.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 08:59 Uhr | 0 Kommentare

Der engste Mitarbeiter des kanadischen Premierministers Stephen Harper hat wegen eines Abrechnungsskandals seinen Rücktritt eingereicht. Er habe Nigel Wrights Gesuch «mit grossem Bedauern» stattgegeben, erklärte Harper am Sonntag (Ortszeit).

mehr...

Heute, 06:31 Uhr | 0 Kommentare

Nach Abschluss der polizeilichen Untersuchung eines Verkehrsunfalles in Washington, bei dem eine 64-jährige Frau ums Leben kam, hat die US-Staatsanwaltschaft entschieden, kein Verfahren gegen den Lenker des Autos der Schweizer Botschaft einzuleiten.

mehr...

Heute, 05:43 Uhr | 0 Kommentare

Die venezolanische Regierung hat sich zu einer Annäherung an die USA bereit erklärt. «Wir werden einer Normalisierung der Beziehungen zu den USA weiter offen gegenüberstehen», sagte Aussenminister Elías Jaua im Fernsehsender Televen.

mehr...

Heute, 05:35 Uhr | 0 Kommentare

Syrische Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben das Stadtzentrum der strategisch bedeutenden Rebellenhochburg Kusseir eingenommen. Dabei wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 52 Menschen getötet.

mehr...

Heute, 04:19 Uhr | 0 Kommentare

Ein in Russland gefasster mutmasslicher CIA-Agent hat einem Fernsehbericht zufolge das Land verlassen. Der Sender NTV zeigte Bilder von einem Mann an einem Flughafen. Laut NTV wurden die Aufnahmen am Moskauer Flughafen Scheremetjewo gemacht.

mehr...

Weitere Artikel

Community

Multimedia

Marktplätze

Top-Deals

Wertgutschein für eine Medizinische Massage, Manuelle Lymphdrainage, Therapeutische Behandlung oder Naturheilkundliche Therapie, Phytotherapie etc. (120 Minuten)
CHF 120.-
CHF 240.-
mehr
Das Hüpfvergnügen für Groß und Klein - Trampolin (426 cm Ø) mit Sicherheitsnetz inklusive Versand
CHF 459.-
CHF 929.-
mehr
Den ganzen Abend oder Nachmittag Billard spielen (max. 4 Personen) und dazu ein Getränk pro Person
CHF 33.-
CHF 82.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website