Christian Wulff will nicht zurücktreten

Der angeschlagene deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat in einem Interview mit ARD und ZDF schwere Fehler eingeräumt. Einen Rücktritt als Reaktion auf die Kredit-Affäre lehnte Wulff allerdings ab.

Christian Wulff (links) im ARD-Studio in Berlin.

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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff denkt nicht an Rücktritt (Archiv).

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Schloss Bellevue in Berlin (Symbolbild).

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Berlin. – Er habe bei seinem umstrittenen Hauskredit oder den kostenlosen Urlauben bei Freunden nie gegen das Gesetz verstossen und «nichts Unrechtes getan, auch wenn nicht alles richtig war». Das Darlehen sei zu «ganz normalen, üblichen Konditionen» verzinst worden.

Wulff steht seit Wochen wegen eines privaten 500'000-Euro-Kredites in der Kritik, den die Frau eines befreundeten Unternehmers gewährt hatte. Die Zinsen für den Bankkredit sollen um die Hälfte niedriger gewesen sein als üblich.

Zum Wochenbeginn geriet Wulff unter verstärkten Druck, weil er nach Angaben des Axel Springer Verlags mehrfach versucht hatte, kritische Berichte über seine Hausfinanzierung und seine Familie zu verhindern.

Wulff räumte ein: «Der Anruf bei dem Chefredaktor der «Bild»-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mir Leid tut, für den ich mich entschuldige.» Er trete ausdrücklich für die Pressefreiheit ein. Wulff erklärte den Anruf bei Kai Diekmann aus einem Impuls während einer Auslandsreise heraus.

Allerdings habe er nicht kritische Berichterstattung verhindern, sondern einen Aufschub erreichen wollen, um Klarstellungen vorzunehmen, sagte der Präsident. Er bekannte allerdings, sein Verhältnis zu den Medien «neu ordnen» zu müssen.

Wulff bat darum, sein Vorgehen menschlich zu verstehen, auch vor dem Hintergrund der Belastungen für seine Familie.

Zugleich warnte er davor, dass kaum jemand mehr Politiker werden wolle, wenn in diesem Zusammenhang alles kritisiert werde. Er wolle nicht Präsident in einem Land sein, in dem man nicht von Freunden Geld leihen könne. Auch ein Bundespräsident habe überdies Menschenrechte und müsse persönliche Freunde haben können.

Wulff verwies darauf, dass er weiter Unterstützung aus der Bevölkerung erhalte und während der seit Mitte Dezember schwelenden Affäre nie an Rücktritt gedacht habe. «Ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz ziehen, dass ich ein guter und erfolgreicher Bundespräsident war.»

Wulffs Auftritt gingen intensive Kontakte mit dem Kanzleramt voraus. Denn die Kritik an Wulff zielte zuletzt auch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese hatte ihn vor zwei Jahren zum Bundespräsidenten gemacht.

Merkel liess am Mittwoch vor dem Interview über ihren Sprecher Georg Streiter verlauten, sie schätze Wulffs Arbeit «ausserordentlich», und sie habe «volles Vertrauen dahingehend, dass der Bundespräsident alle anstehenden Fragen weiter beantworten wird». (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 04.01.2012, 22:41 Uhr
  • Webcode: 1331643

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Boris Kerzenmacher

04.01.2012 14:15 Uhr

Immerhin

könnten mit grosser Wahrscheinlichkeit diese Drohungen gegen die Presse bzw. Personen in Deutschland dem BP das Amt, den Job, kosten. In der CH kosten üble Drohungen und Beschimpfungen leider immer noch dem Opfer den Arbeitsplatz und nicht den Straftätern. Verkehrte Welt.

 

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