Gewalt in Kabul nach Koran-Verbrennung

Bei Protesten gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan sind am Mittwoch mehrere Demonstranten ums Leben gekommen. Das Innenministerium meldete mindestens sieben Tote und 30 Verletzte.

Koran mit Brandspuren - Am Dienstag hatten tausende Afghanen den Stützpunkt Bagram attackiert.

Bild: Keystone

Kabul. – Allein in der Provinz Parwan kamen demnach bei Zusammenstössen mit der Polizei vier Menschen ums Leben. Die Provinzregierung sprach hingegen von sechs Todesopfern.

Vor einem Wohnkomplex von Ausländern in der Hauptstadt Kabul skandierten hunderte Menschen «Tod für Amerika» und - an die Adresse von Präsident Hamid Karsai - «Sterbe, Karsai». Nach Angaben der Polizei setzten wütende Demonstranten Fahrzeuge in Brand und griffen Geschäfte an. Ein Protest-Teilnehmer erlag seinen Schussverletzungen.

In der ostafghanischen Provinz Logar und in der Stadt Dschalalabad kam nach offiziellen Angaben ebenfalls je ein Demonstrant ums Leben. Die Demonstranten in Dschalalabad zündeten gemäss der Provinzregierung sechs Tanklastwagen an. Wütende Reaktionen gab es auch im afghanischen Parlament, wo aufgebrachte Abgeordnete «Tod Amerika» riefen.

Kabuls Polizeisprecher Haschmat Staniksai sagte, bei Protesten an verschiedenen Orten in der Hauptstadt hätten «Opportunisten» die Demonstrationen infiltriert. Diese hätten Geschäfte angegriffen und «Privatbesitz und einige Fahrzeuge» zerstört.

Die Polizeipräsenz sei verstärkt worden und versuche, die Demonstranten davon abzuhalten, in die Innenstadt vorzudringen, sagte der Sprecher. Die amerikanische Botschaft, die UNO und internationale Hilfsorganisationen stoppten alle Bewegungen ihrer Mitarbeiter in Kabul bis auf weiteres.

Die Taliban teilten mit, sie unterstützten die Proteste. Die Aufständischen riefen alle «nationalistischen afghanischen Muslime» dazu auf, die ausländischen Truppen anzugreifen.

Bereits am Dienstag hatten tausende Afghanen den Stützpunkt Bagram attackiert, nachdem bekanntgeworden war, dass dort US-Soldaten Ausgaben des Koran verbrannt hatten. Auch in Kabul hatte es eine Demonstration gegeben.

Der Oberkommandant der NATO-geführten Afghanistantruppe ISAF, General John Allen, hatte sich am Dienstag für den «unangemessenen» Umgang mit islamischem religiösen Material, darunter Koran-Ausgaben, entschuldigt, ohne genauere Angaben zu den Vorgängen zu machen.

Am Abend räumte er dann ein, dass «irrtümlich» Ausgaben des Koran verbrannt worden waren. Nach Angaben von US-Vertretern hatte der Verdacht bestanden, dass Häftlinge in dem Gefängnis auf dem Stützpunkt sich Nachrichten in die Koran-Ausgaben geschrieben hatten. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 22.02.2012, 20:59 Uhr
  • Webcode: 1361559

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Kerzenmacher Boris

22.02.2012 20:17 Uhr

Und solche

fanatischen Spinner reisen nach wie vor unkontrolliert in die CH ein und erhalten umgehend Sozialhilfe.
Man müsste sich direkt ärgern würde man denn noch Steuern zahlen und zuschauen müssen, wie über 1 Milliarde Franken an Steuergelder jährlich im Asylunwesen versenkt wird.

 

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