Im Freizeitpark Connyland in Lipperswil ist am Dienstag das achtjährige Delfinmännchen Shadow verendet. Die Bündner BDP-Nationalrätin Brigitta Gadient will Delfinen-Import verbieten.
Lipperswil. – Die deutschen Tierschutz-Organisationen ProWal und Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) fordern eine Obduktion des Delfins Shadow und eine Veröffentlichung des Ergebnisses der Untersuchung. Gemäss ProWal und WDSF sind im Connyland in den drei vergangenen Jahren sieben Delfine verendet.
Delfine sind Politikum
Die Bündner BDP-Nationalrätin Brigitta Gadient hat im Parlament einen Vorstoss eingereicht, der den Import von Delfinen verbieten will.
Die Organisation OceanCare will in der kommenden Woche im Bundeshaus zuhanden der eidgenössischen Räte eine Petition einreichen, die ein Verbot von Delfinarien und ein Importverbot von Delfinen fordert. Die Bittschrift soll Gadients Motion schützen.
Höchste Zeit
Das Connyland wurde am Mittwoch nach Bekanntwerden von Shadows Tod auch vom Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert. Es sei höchste Zeit, dass die Motion Gadients vom Parlament an den Bundesrat überwiesen werde. In der Schweiz sei keine auch nur annähernd vertretbare Delfinhaltung möglich, heisst es im STS-Communiqué. (sda)
10.11.2011 12:10 Uhr
gegen Delfinarien !!!
Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.
Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht "natürlich", denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.