Empörung nach Blockade von Syrien-Resolution

Das Veto Russlands und Chinas gegen eine Syrien-Resolution des UNO-Sicherheitsrates hat international für Empörung gesorgt. US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte, wer die Resolution gegen die Gewalt in Syrien blockiere, mache sich mitverantwortlich für einen Bürgerkrieg.

Blick in die Runde des UN-Sicherheitsrates (Archiv).

Bild: Keystone

München/Damaskus. – Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle verurteilte ebenfalls das Vorgehen Moskaus und Pekings. Clinton und Westerwelle hatten am Samstag an der Münchner Sicherheitskonferenz noch versucht, Russland zu einer gemeinsamen Haltung im Sicherheitsrat zu bewegen. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow pochte aber auf Änderungen am Resolutionsentwurf.

Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu mahnte am Sonntag in München, notwendig sei ein «starkes Signal» der UNO. Er versicherte zugleich, sein Land stehe «auf der Seite des syrischen Volkes». Alle Flüchtlinge aus dem Nachbarland seien in der Türkei willkommen. Auch der ägyptische Aussenminister Mohammed Amr mahnte, das Blutvergiessen in Syrien müsse aufhören.

Der tunesische Regierungschef Hamadi Jebali forderte den Abbruch der Beziehungen mit Syrien. Es müssten alle syrischen Botschafter ausgewiesen werden, sagte er am Sonntag in München. Das syrische Volk erwarte keine «langen Erklärungen», sondern Taten. Die Regierung in Tunis hatte am Samstag die Ausweisung des syrischen Botschafters angekündigt.

Jebali forderte auch Konsequenzen für den UNO-Sicherheitsrat. Das Vetorecht sei «missbraucht» worden. Nun müsse die internationale Staatengemeinschaft den bisherigen Entscheidungsmechanismus überdenken.

Auch der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth, forderte eine Reform des wichtigsten UNO-Gremiums. Das Veto Russlands und Chinas sei eine Schande. Die zwei ständigen Ratsmitglieder hätten den UNO-Sicherheitsrat damit irrelevant gemacht, sagte Roth in München.

Die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakul Karman kritisierte, Russland und China trügen eine moralische Verantwortung für die Massaker in Syrien.

Der Nationalrat der syrischen Opposition (SNC) kritisierte das Nein von Russland und China als Lizenz zum Töten für das Regime von Baschar al-Assad. Moskau und Peking seien damit für die Eskalation der Gewalt verantwortlich, erklärte das Gremium am Sonntag in Istanbul.

Mit Freude und Häme nahm die syrische Führung das Scheitern der Syrien-Resolution zur Kenntnis. Das Parteiorgan der regierenden Baath-Partei von Präsident Baschar al-Assad schrieb am Sonntag, das Veto von Russland und China sei ein «harter Schlag» für die westlichen «Verschwörer» und ihre arabischen Komplizen. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 05.02.2012, 13:00 Uhr
  • Webcode: 1351427

Gast
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Speichern Vorschau

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

suedostschweiz.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

Kerzenmacher Boris

05.02.2012 18:47 Uhr

Ach Russland...

und China... sagt es doch der Welt endlich in euren eigenen Worten klar und unmissverständlich!
Etwa so: "Assad lässt auf Zivilisten schießen um Schlimmeres zu vermeiden".
Dann allerdings müsste man euch als völlig verrückt erklären !

 

Heute, 14:26 Uhr | 0 Kommentare

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wird künftig der Staat das Zepter beim japanischen Energiekonzern Tepco führen: Bis zu 76 Prozent der Stimmrechte des Unternehmens werde der Staat kontrollieren, teilte Tepco am Montag mit.

mehr...

Heute, 14:17 Uhr | 0 Kommentare

Am Mount Everest sind am Wochenende drei Bergsteiger ums Leben gekommen. Es handelt sich dabei um einen 61-jährigen Deutschen, einen 44-jährigen Südkoreaner und eine aus Nepal stammende Kanadierin unbekannten Alters.

mehr...

Heute, 13:30 Uhr | 0 Kommentare

Bei einem Selbstmordanschlag auf die jemenitische Armee sind am Montag nach Militärangaben mindestens 96 Menschen getötet und fast 300 weitere verletzt worden. Ein Soldat sprengte sich bei der Probe für eine Militärparade inmitten seiner Kameraden in der Hauptstadt Sanaa in die Luft.

mehr...

Heute, 13:04 Uhr | 0 Kommentare

Nach Rissen an den Tragflächen des Grossraumflugzeugs Airbus A380 hat der Helikopter Eurocopter ähnliche Probleme mit seinen Rotoren. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ordnete wegen Rissen in den Rotoren eine Untersuchung des Eurocopter EC135 an, wie der Hersteller am Montag bestätigte.

mehr...

Heute, 12:59 Uhr | 0 Kommentare

Die Europäische Union hat den gewählten künftigen Staatschef Serbiens, Tomislav Nikolic, zu einer Änderung der Kosovopolitik gemahnt.

mehr...

Weitere Artikel
Anzeige
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website