Ein Viertel der 15-jährigen Knaben trinkt wöchentlich Alkohol

Schweizer Jugendliche greifen immer noch ausgiebig zu Flasche und Zigarette: Laut einer Studie blieb der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis unter den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern im letzten Jahr etwa gleich hoch wie vor vier Jahren.

27 Prozent der Knaben und 13 Prozent der Mädchen im Alter von 15 Jahren trinken wöchentlich Alkohol (Symbolbild).

Bild: Keystone

Bern. – Nach wie vor konsumierten die befragten Jugendlichen viele Suchtmittel, stellten die Vertreter von Sucht Info Schweiz am Dienstag anlässlich der in Bern präsentierten Schülerstudie fest. «Diese Situation macht uns Sorgen, da einige Jugendliche beträchtliche Risiken eingehen», sagte Direktor Michel Graf.

Die befragten 15-Jährigen tranken im Jahr 2010 - wie schon bei der Befragung vor vier Jahren - etwas weniger Alkohol und rauchten weniger Cannabis als im Rekordjahr 2002. Seit einem Jahrzehnt rückläufig ist das Rauchen.

Rund ein Viertel (27 Prozent) der 15-jährigen Knaben trinkt immer noch mindestens wöchentlich Alkohol (2006: 25 Prozent). Bei den gleichaltrigen Mädchen ging dieser Wert 2010 von 17 auf etwa 13 Prozent zurück. Etwa ein Drittel der Knaben (35 Prozent) und Mädchen (30 Prozent) hatten im Monat vor der Befragung mindestens einmal fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander getrunken.

Weiter ergab die Befragung, dass 79 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 72 Prozent der gleichaltrigen Knaben nicht rauchen. Nach wie vor sei der Anteil rauchender Jugendlicher aber relativ hoch, heisst es in der Studie.

Beim Kiffen haben die meisten der 15-Jährigen noch keine Erfahrung. Zwei Drittel der Jungen und drei Viertel der Mädchen gaben an, noch nie in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. Von den kiffenden Jugendlichen tun die meisten dies nur unregelmässig. Nur 4 Prozent der Jungen und 1 Prozent der Mädchen gaben an, im Monat vor der Befragung mindestens zehnmal gekifft zu haben.

Trotz Stagnation des Konsums will Sucht Info Schweiz aber keine Entwarnung geben. «Die Präventionsarbeit muss weitergeführt werden», sagte Graf. Die Situation müsse noch weiter verbessert werden.

Graf kritisierte den zu einfachen Zugang zu Alkohol und Tabak für Unter-16-Jährige. Insbesondere der Verkauf von Zigaretten sei kantonal sehr unterschiedlich geregelt: «Wir fordern eine nationale Regelung, welche den Verkauf von Tabak erst an über 18-Jährige erlaubt.» Auch müssten Testeinkäufe von Alkohol und Tabak vermehrt durchgeführt werden.

Bei der Studie wurden 10'000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 15 Jahren und aus allen Landesteilen anonym befragt. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 29.03.2011, 14:52 Uhr
  • Webcode: 1166595

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