Churer Kunsthaus-Jury gerät immer mehr in die Kritik

Nach dem Flimser Architekten Valerio Olgiati kritisieren nun acht weitere Teilnehmer des Wettbewerbs für den Neubau beim Kunsthaus Chur das Verhalten der Jury. Diese sei von ihren eigenen Richtlinien abgewichen und habe damit der «Willkür Tor und Tor» geöffnet.

Besucher schauen das Siegerprojekt für das Kunstmuseum Chur an.

Bild: Theo Gstöhl

Chur. – Konkret bemängeln die acht Architekturbüros, darunter die Churer Architekten Bearth & Deplazes sowie Gion A. Caminada aus Vrin, die Jury habe das spanische Büro Barozzi Veiga zum Sieger des Wettbewerbs erklärt, obwohl bei dessen Projekt eine geschützte Anlieferung für Kunstwerke fehle, wie sie zwingend verlangt worden sei. Deren Fehlen sei eine «unverzeihliche» Abweichung vom Wettbewerbsprogramm, heisst es in dem Schreiben an die Bündner Regierung.

Angst vor einer Blösse?

Laut dem offenen Brief hätte die Jury zehn der insgesamt 18 eingeladenen Architekten bereits in der ersten Runde aus dem Wettbewerb ausschliessen müssen, weil sie gegen die Bedingungen verstossen hätten. Dies habe das Gremium unterlassen, möglicherweise «um sich keine Blösse zu geben».

Gegen den Entscheid der Jury im Wettbewerb für das 30-Milllionen-Projekt ist bereits ein Rekurs beim Verwaltungsgericht hängig. Diesen hatte der Flimser Architekt Valerio Olgiati unmittelbar nach dem Wettbewerb eingereicht. Olgiati gehört nicht zu den Unterzeichnern des offenen Briefs. (obe)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 19.06.2012, 17:51 Uhr
  • Webcode: 2366907
 

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