Christian Varone kann Türkei verlassen

Der in der Türkei festgenommene Walliser Polizeikommandant Christian Varone kann in die Schweiz zurückkehren. Er wurde auf freien Fuss gesetzt, muss sich aber einer Anklage wegen Verdachts auf versuchten Diebstahl von türkischen Kulturgütern stellen.

Christian Varone wurde in der Türkei angeklagt (Archiv) .

Bild: Keystone

Istanbul. – Dies meldete die Nachrichtenagentur dpa aufgrund von Angaben der Staatsanwaltschaft in Antalya im Südwesten der Türkei. Varone hatte am Freitag mit seiner Familie aus den Ferien in der Türkei in die Schweiz zurückkehren wollen. Am Flughafen von Antalya wurde er von der türkischen Polizei festgenommen.

Im Gepäck der Familie befand sich ein Stein, den die Zollbehörden für das Artefakt einer archäologischen Ausgrabungsstätte hielten. Ein Familienmitglied hatte ihn auf einem Spaziergang in der Nähe einer Fundstätte eingesteckt. Nach Angaben einer Korrespondentin der privaten türkischen Nachrichtenagentur Dogan gegenüber der sda handelte es sich um ein «wertvolles Steinstück».

Varone könne in die Schweiz ausreisen, sagte die Korrespondentin von Dogan. Nach Angaben des auf Türkei-Reisen spezialisierten Reisebüros Bentour fliegt Varone am Mittwoch heim. Das sagte Kadir Ugur, Verwaltungsratspräsident von Bentour. Bei diesem Veranstalter hatte Varone seine private Ferienreise gebucht.

Das Wallis nahm die Nachricht von Varones Freilassung mit Erleichterung auf. Staatsratspräsidentin und Sicherheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten sagte, der Schweizer Botschafter in der Türkei habe sie über die Freilassung Varones informiert.

Sie stellte sich hinter den Polizeikommandanten. Dass gegen Christian Varone eine Anklage vorliege, stelle seinen Posten nicht in Frage. Es gehe um eine private Angelegenheit.

Die Türkei hat sich 1983 ein Gesetz für den Schutz ihrer Kulturgüter gegeben - es ist auf der Website der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) publiziert. Wer versucht, Gegenstände historischen, kulturellen oder archäologischen Charakters auszuführen, muss demnach mit fünf bis zwölf Jahren Haft rechnen.

Denis Ramseyer, Konservator im Neuenburger Museum «Laténium», erklärt das strenge Gesetz damit, dass das reiche Kulturerbe der Türkei von westlichen Staaten im wörtlichen Sinn geplündert worden sei. Die Zöllner hätten die Augen zugedrückt, selbst wenn Touristen wertvolle Stücke im Gepäck gehabt hätten.

Danach habe die Türkei das Blatt gewendet. «Selbst wenn man sich mit einem Stückchen Feuerstein oder mit einer Tonscherbe erwischen lässt, riskiert man eine Freiheitsstrafe», sagt Ramseyer. Auch andere Staaten wie Ägypten, Griechenland oder Peru schützten ihr Kulturerbe mit strengen Gesetzen. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 31.07.2012, 18:47 Uhr
  • Webcode: 2528829
 

Gast
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Speichern Vorschau

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

suedostschweiz.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 15:33 Uhr | 0 Kommentare

Michael Ambühl, Staatssekretär im Finanzdepartement, verlässt Ende August seinen Posten. Er wechselt zur ETH, wo er eine Professur übernimmt. Ambühls Chefin, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, bedauert den Weggang ihres Spitzendiplomaten.

mehr...

Heute, 16:19 Uhr | 0 Kommentare

Die ehemalige Nachtclubtänzerin Karima al-Mahrough alias Ruby, die im Mittelpunkt eines Prozesses gegen den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi steht, kann sich an vieles nicht mehr so gut erinnern, wie sie vor Gericht sagte.

mehr...

Heute, 16:22 Uhr | 0 Kommentare

Nach monatelangem Säbelrasseln hat die Staatsführung in Pjöngjang versöhnliche Töne angeschlagen: Er sei bereit, «aktiv zu handeln», schrieb der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

mehr...

Heute, 15:21 Uhr | 0 Kommentare

Der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft in der Schweiz ist noch weit: In einer Studie von ETH und Empa hat kein einziger der befragten Haushalte die Bedingungen vollständig erfüllt. Selbst bei den sparsamsten war der CO2-Ausstoss noch zu hoch.

mehr...

Heute, 14:56 Uhr | 0 Kommentare

Mit 1,792 Millionen Nutzern pro Monat ist srf.ch das meistgenutzte Online-Medienangebot der Schweiz. Dies geht aus der aktuellen Erhebung der Internetforschungsfirma NET-Metrix hervor. Die Website von Schweizer Radio und Fernsehen löste im Dezember drs.ch und sf.tv ab.

mehr...

Weitere Artikel

Community

Multimedia

Marktplätze

Top-Deals

Raffinierter Genuss für zwei Personen - Geniessen Sie einen feinen Haus-Apéro mit anschliessendem 3-Gang Beefsteak Tatar Menü
CHF 50.-
CHF 100.-
mehr
Raffinierter Genuss für zwei Personen - Geniessen Sie einen feinen Haus-Apéro mit anschliessendem 3-Gang Beefsteak Tatar Menü
mehr
Raffinierter Genuss für zwei Personen - Geniessen Sie einen feinen Haus-Apéro mit anschliessendem 3-Gang Beefsteak Tatar Menü
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website