Anti-WEF-Demos in Davos und Bern

Verschiedene Gruppierungen haben gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos demonstriert. In Davos selber versammelten sich am Nachmittag gegen 100 Personen auf dem Rathausplatz. Die bewilligte Demonstration verlief friedlich.

Barbusig auf die Barrikaden: Femen-Aktivistinnen in Davos.

Bild: Keystone

Barbusig auf die Barrikaden Femen-Aktivistinnen in Davos.

Bild: Keystone

Aktivistin der ukrainischen Frauenbewegung «Femen» an der WEF-Demo.

Bild: Keystone

Aktivisten der Frauenbewegung «Femen» versuchen in das Kongresszentrum einzudringen.

Bild: Keystone

Die Polizei nimmt eine Aktivistin der Frauenbewegung «Femen» fest.

Bild: Keystone

Davos. – Zur Kundgebung riefen die Grünen Davos und die JUSO-Regionalgruppe auf. Ihr Protest richtete sich gegen das WEF, den Kapitalismus und «den Politfilz, der den Klub der Superreichen hofiert», wie ein Sprecher an der Demonstration sagte. Am WEF würden rauschende Partys auf Kosten der Ausgebeuteten gefeiert.

Rund die Hälfte der Teilnehmer formierte sich nach kurzer Zeit zu einem Demonstrationszug und setzte sich Richtung Dorf in Bewegung. Schon nach wenigen Metern wurden sie von der Polizei gestoppt.

Als Liberaler halte er es für wichtig, dass abweichende Meinungen ausgedrückt werden könnten, sagte der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel. Aber während des WEF sei ein Demonstrationszug aus Gründen der Sicherheit nicht möglich.

Unmittelbar neben dem Rathausplatz demonstrierte gleichzeitig eine Gruppe «Sikhs for Justice». Die Mitglieder der indischen Religionsgemeinschaft forderten, dass der indische Minister Kamal Nath, der am WEF teilnimmt, wegen Verbrechen an Sikhs im Jahr 1984 zur Verantwortung gezogen wird.

Drei Aktivistinnen der ukrainischen Organisation Femen nutzten das WEF ebenfalls für eine ihrer provokativen Oben-ohne-Aktionen. Bei Minustemperaturen kletterten die Frauen barbusig auf das Absperrgitter beim Kongresszentrum.

Auf ihre nackten Oberkörper hatten sie die Parole «SOS Davos» gemalt, in den Händen hielten sie rosarote Rauchfackeln. Die Kantonspolizei brachte die Aktivistinnen auf den Posten. Nach der Aufnahme der Personalien wurden sie auf freien Fuss gesetzt.

In Bern protestierten Aktivisten mit Flashmobs - kurzzeitigen Menschenaufläufen - gegen das WEF. Eine erste Aktion stieg kurz nach 14 Uhr im Hauptbahnhof: Aus dem Nichts heraus ertönte plötzlich der Slogan «Wipe out WEF» aus der Bahnhofhalle, dazu regnete es Papierschnitzel aus dem ersten und zweiten Stock.

Einige Aktivisten befestigten zudem ein Transparent mit dem Text «Still Not Love Capitalism» am Geländer des obersten Geschosses. An der Aktion beteiligten sich mehrere Dutzend Personen. Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort, liess die Aktivisten aber gewähren. Der Spuk hatte nach etwa zwei Minuten ein Ende; die Aktivisten verschwanden, und die Polizei hängte das Transparent ab.

Am Donnerstag hatten WEF-Gegner ein Gebäude der CS in der Stadt Zürich und das Wohnhaus von Glencore-Chef Ivan Glasenberg in Rüschlikon beschädigt. Eine namenlose Gruppe übernahm die Verantwortung für die Aktionen. Am Freitag blockierten 25 Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Shell-Tankstelle in Davos als Protest gegen die Ölbohrprojekte des Konzerns in der Arktis. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 27.01.2013, 09:27 Uhr
  • Webcode: 2772525
 
 

Gast
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Code:*
Enter your dog's name:
Speichern Vorschau

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

suedostschweiz.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 06:38 Uhr | 2 Kommentare

Der Westen erhöht im Ukraine-Konflikt den Druck auf Moskau: Als Reaktion auf den anhaltenden Konflikt im Osten der Ukraine beschlossen die Botschafter der 28 EU-Staaten umfassende Sanktionen gegen Russland. Auch die USA weiteten ihre Strafmassnahmen gegen Moskau aus.

mehr...

Heute, 12:55 Uhr | 0 Kommentare

Im Siedlungsgebiet Turtig bei Visp sind auf weiteren sechs Parzellen Spuren von Quecksilber im Boden gefunden worden. Auch der Fussballplatz Moos ist betroffen. Mehr als die Hälfte aller untersuchten Parzellen im Gebiet Turtig sind mit Quecksilber verschmutzt.

mehr...

Heute, 11:01 Uhr | 0 Kommentare

Nach der Verhängung internationaler Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verbietet Russland weitgehend den Import von Obst und Gemüse aus Polen. Betroffen seien ab Freitag «fast alle» Einfuhren dieser Art, teilte die Lebensmittelaufsicht Rosselchosnadsor mit.

mehr...

Heute, 05:51 Uhr | 0 Kommentare

Beim Beschuss einer Schule der UNO-Hilfsorganisation UNRWA sind nach palästinensischen Angaben am Mittwochmorgen 20 Menschen im Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen getötet worden. Mehr als 50 seien verletzt worden.

mehr...

Di, 29.07.2014 21:45 Uhr | 0 Kommentare

Rund vier Monate nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs zum Walfangverbot für die Antarktis hat Japan wieder Meeressäuger getötet. Die japanische Walfangflotte habe 115 der Tiere im Pazifik erlegt, teilte die japanische Fischereibehörde am Dienstag mit.

mehr...

Weitere Artikel

Community

Multimedia

Top-Deals

Herbstputz leicht gemacht - eine Reinigungskraft verhilft Ihrem Heim in 4 Stunden zu neuem Glanz
CHF 104.-
CHF 208.-
mehr
Valser Bergromantik bei einer Zervreila-Wanderung: Berg- und Talfahrt von/nach Vals mit Mittagsteller für 2 Personen
CHF 40.-
CHF 80.-
mehr
Royalbeach Picknick-Kühltasche mit Picknick-Decke inkl. Versand
CHF 49.-
CHF 99.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website