Direkt zum Inhalt

Fehler beim Login!

Sie haben keine Rechte für diese Ausgabe

Schmähpreis provoziert Schmähpoesie

Der Präsident des Kantonsgerichts Graubünden ist für den Goldenen Bremsklotz nominiert. Seine Reaktion: ein Gedicht mit 15 Strophen.

Norbert Brunner, Präsident des Kantonsgerichts Graubünden.

Das Recherche-Netzwerk investigativ.ch zeichnet jedes Jahr Personen und Institutionen aus, die Informationen verhindern, statt sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für den Goldenen Bremsklotz 2017 ist unter anderem das Kantonsgericht Graubünden, respektive dessen Präsident Norbert Brunner, nominiert worden.

Das Netzwerk investigativ.ch begründet seinen Vorschlag so: «Norbert Brunner, Präsident des Kantonsgerichts Graubünden, wollte schriftliche Urteile geheim halten, obwohl die Verfassung verlangt, dass sie öffentlich zugänglich sind.» Brunner habe sich im Februar 2016 geweigert, der SRF-Journalistin und Co-Präsidentin von investigativ.ch, Stefanie Hablützel, zwei Urteile im Fall der St. Moritzer Skeleton-Bahn Cresta Run auszuhändigen.

Klare Worte

Laut investigativ.ch widerspricht diese Haltung dem Grundsatz der Justizöffentlichkeit, wie er in der Bundesverfassung festgeschrieben ist. Deshalb habe das Bundesgericht Brunners Entscheid im Juni 2016 mit klaren Worten gerügt. Zudem hat das Bundesgericht beide Urteile, die Brunner geheim halten wollte, wegen klarer Fehler aufgehoben. Der Fall liegt nun bereits zum dritten Mal beim Bündner Kantonsgericht.

Schmähpreis und Schmährede

Brunners Stellungnahme zu der Nomination für den Goldenen Bremsklotz ist eine «heiter-ernste» Angelegenheit. Er formuliert seine Gedanken zum Schmähpreis in Gedichtform mit sagenhaften 15 Strophen. Ein Auszug aus der durchaus witzigen Stellungnahme: «Wehe dem, der nur einmal wagt zu überlegen, obs richtig ist, den Medien alles herzugeben.

Selbst der, der mündlich alles offen legt, sieht sich später gründlich abgesägt. Jetzt, sofort und stante pede, sonst eröffnen wir die Fehde. Das Wort des Richters reicht beileib’ nicht aus, das Dokument, das frische, rück heraus! Man sattelt die Prinzipien, reitet los, eine zweite Story wäre doch famos.»

Neben dem Bündner Kantonsgerichtspräsidenten sind auch das Eidgenössisches Personalamt (EPA) und das Bundesstrafgericht für einen Goldenen Bremsklotz nominiert. Das EPA wehrte sich gegen die Herausgabe der Liste aller Nebenjobs der Bundesbeamten.

Das Bundesstrafgericht wurde für den Goldenen Bremsklotz nominiert, weil ein Journalist Mängel im Wahlsystem aufgedeckt hatte. (hap)

Ihre Meinung zum Thema

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
Image CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Weitere Artikel zum Thema