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Ein Waffenarsenal kommt unter den Hammer

Dass Autos oder Antiquitäten versteigert werden, daran ist nichts aussergewöhnlich. Finden sich hingegen auf einer Versteigerungsliste ein Haufen Waffen, dann ist das eher sonderbar.

Diese vielen Schusswaffen werden öffentlich versteigert. Bild Yanik Bürkli

von Béla Zier

Diese Versteigerung dürfte auf Publikumsinteresse stossen. Unter der Leitung des Betreibungs- und Konkursamts Viamala kommt am nächsten Dienstag im kantonalen Forstgarten in Rodels so einiges unter den Hammer. Das Angebot reicht vom Auto, das 150'000 Kilometer auf dem Buckel hat, über einen Motorroller bis hin zur Pastamaschine und vielen weiteren Alltagsgegenständen. An all diesen Objekten findet sich nichts Aussergewöhnliches. Allerdings ist damit die Versteigerungsliste noch nicht zu Ende.

Woher stammt all das Zeug?

In einem Inserat machte das Betreibungs- und Konkursamt Viamala kürzlich darauf aufmerksam, was an dieser Gant nächste Woche noch alles unter den Hammer kommt. Und diese Objekte fallen dann nicht mehr unter den Begriff «Alltagsgegenstände». Es handelt sich um mehrere Pistolen, Revolver sowie Gewehre. Sie alle zusammen könnten gut und gern den Kofferraum eines Kleinwagens füllen.

Unter den Waffen findet sich eine kleine, leichte Derringer-Pistole ebenso wie richtig schwere Wummen. Auch ein alter Karabiner der Schweizer Armee sowie ein Sturmgewehr aus österreichischer Fabrikation wird versteigert. Woher stammen all diese Waffen, wem haben sie gehört und warum landen sie in einer Versteigerung? Sandra Heini, die stellvertretende Amtsleiterin des Betreibungs- und Konkursamts Viamala, verweist für diese Fragen an das Konkursamt Chur.

«Vielfach nur Gerümpel»

Hanspeter Baldauf, der stellvertretende Leiter des Betreibungs- und Konkursamts Chur, kennt die Antworten auf die Fragen nach den Waffen. Warum ist er der Ansprechpartner, wenn doch das Betreibungs- und Konkursamt Viamala die Versteigerung durchführt? Es handle sich um eine Sammelversteigerung, erklärt Baldauf. Diese werde vom Konkursamt Viamala ein Mal im Jahr durchgeführt. Wie das Konkursamt Chur seien auch die anderen Bündner Konkursämter angeschrieben worden, ob sie noch zu verwertende Artikel hätten, die man in die Versteigerung einbringen könne. Üblicherweise führe das Churer Konkursamt Versteigerungen selber durch, doch wenn es sich um einzelne Sachen handle, könne man die auf diesem Weg abtreten. «Das ist einfacher», meint Baldauf.

Woher kommen denn nun die Pistolen, Revolver und Gewehre? Baldauf klärt auf: «Die stammen aus einer ausgeschlagenen Erbschaft eines Waffensammlers.» Die ganze Ladung sei zunächst von der Kantonspolizei Graubünden beschlagnahmt und später dem Churer Konkursamt zur Verwertung übergeben worden. Bei ausgeschlagenen Erbschaften verbleibe dem Konkursamt vielfach nur Gerümpel, weiss Baldauf aus langjähriger Berufserfahrung. Und er sagt, dass es das erste Mal gewesen sei, dass das Churer Konkursamt so viele Waffen auf einen Schlag für eine Verwertung erhalten habe. Baldauf selbst will die Versteigerung eventuell auch besuchen: «Vor allem aus beruflichem Interesse.»

Der Verkauf ist gesetzlich geregelt

Mit dem Geld aus dem Waffenverkauf sollen, soweit möglich, die Schulden ihres ehemaligen Besitzers beglichen werden. Baldauf hofft auf Einnahmen von mindestens 4000 bis 5000 Franken. Jene Waffen, die keine Abnehmer finden, werde man der Kantonspolizei zur Verschrottung abliefern.

Die Waffen können nicht einfach so gekauft werden. An der Versteigerung gilt das Waffengesetz. Man muss sich vor dem Zuschlag ausweisen. Auch ein Strafregisterauszug sowie Waffenerwerbsschein sind nötig. Und natürlich muss bar bezahlt werden.

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