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Tourismusexperten warnen vor Preiserhöhungen

Gaudenz Thoma, CEO von Graubünden Ferien, und Jon Domenic Parolini, designierter Regierungsrat, sind sich einig, dass Preiserhöhungen den Bündner Tourismus nicht weiterbringen. Dagegen setzt Vals auf das Luxussegment.

Von Denise Alig

Vals/Chur. – «Wir Bergler verkaufen die touristischen Ressourcen zu billig. Wir treiben uns gegenseitig in die roten Zahlen. Ferien in den Bergen müssen teurer werden.» So lautet die Überzeugung des Valser Unternehmers Pius Truffer von der 7132 AG, welche in Vals mit dem japanischen Stararchitekten Tadao Ando und Investor Remo Stoffel ein Luxushotel im Höchstsegment und eine riesige Parkanlage plant (Ausgabe von gestern). Was halten die obersten Bündner Touristiker von Truffers Einschätzung? «Die Südostschweiz» hat nachgefragt.

Thoma widerspricht

Gaudenz Thoma, CEO von Graubünden Ferien, sagte gestern auf Anfrage, die Aussagen Truffers seien viel zu pauschal. Der Bündner Tourismus biete unterschiedlichen Kategorien von Gästen unterschiedlich komfortable und unterschiedlich preisgünstige Angebote an. «Innerhalb dieser Spannweite versucht sich jeder Anbieter bestmöglichst zu positionieren», so Thoma. Mit Verweis auf die aktuellen, schlechten Logiernächtezahlen (Ausgabe vom Samstag) sagte Thoma weiter: «Wenn wir zu billig wären, sähen die Zahlen ganz anders aus und die Gäste würden uns nur so zufliessen.» Der Bündner Tourismus habe sich auch in Zukunft in einem sehr preissensiblen Umfeld zu bewegen und alle Kategorien von Gästen anzusprechen, betonte er. «Wenn wir nur auf Luxus oder nur auf Masse schauen, fokussieren wir viel zu spitz.» Zum Vorhaben der Valser, ein Angebot für die absolut zahlungskräftigste Klientel zu schaffen, sagte er, eine Prognose sei schwierig, da es in Graubünden respektive im Alpenraum zurzeit kein vergleichbares Angebot gebe.

«Kein Rezept für ganzen Kanton»

Jon Domenic Parolini, der künftige Bündner Tourismusminister, betonte gestern, grundsätzlich seien Ferien in den Bergen tatsächlich etwas Wertvolles. Entsprechend müssten einschlägige Angebote durchaus ihren Preis haben. Der ganze Kanton könne aber kaum auf exklusive Angebote mit hohen Preisen setzen. «Bei den unterschiedlichen Angeboten in allen Destinationen ist neben einer guten Qualität auch eine gewisse Masse an Gästen wichtig», so Parolini. Auch der Tourismusmarkt funktioniere nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage, betonte er. «Der Kunde entscheidet.» Gerade im Sommertourismus sei die Konkurrenz – mit vielen attraktiven Destinationen ausserhalb des Alpenraums und in Überseee – enorm gross. Eine Erhöhung der Bündner Preise hätte laut Parolini einen noch grösseren Umsatz-, aber auch Gewinnrückgang zur Folge, zumal jeder einzelne Betrieb streng kalkulieren müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben.

«Truffers Aussagen stimmen zu einem rechten Teil.» Das sagte hingegen Ernst Wyrsch, Präsident von Hotellerie Suisse Graubünden, gestern. Allerdings seien die Schweizer Preise mit der nicht veränderbaren Kostensituation beziehungsweise dem ungünstigen Wechselkurs gut begründbar. Und: «Macht weiter so in Vals, ich bin ein Freund von visionären Ideen!»

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