Direkt zum Inhalt

Fehler beim Login!

Sie haben keine Rechte für diese Ausgabe

Viel zu grosse Worte

Es sind die hochtrabenden Worte, die das Misstrauen schüren. Die ständigen Superlative. Diese stoffelschen Versprechen, die man, bei Lichte betrachtet und mit ein bisschen Vernunft nicht für bare Münze nehmen kann.

Von Ueli Handschin

Es sind die hochtrabenden Worte, die das Misstrauen schüren. Die ständigen Superlative. Diese stoffelschen Versprechen, die man, bei Lichte betrachtet und mit ein bisschen Vernunft nicht für bare Münze nehmen kann. In die Edelabsteige, die der Investor in Vals zu errichten gedenkt, soll das günstigste Zimmer einen Tausender kosten. Nicht einen der besten Köche, nur den allerbesten wolle man hinter den Herd lassen, teilten die Pläneschmieder mit. Einer mit 20 Gault-Millau-Punkten muss es schon sein. Davon gibt es zwar keinen einzigen in der Schweiz. Doch alle anderen werden immer schon von Vals geträumt haben.

Auch für das Parkprojekt, das gestern vorgestellt wurde, sind nur die höchsten Töne hoch genug. Als «absolut wegweisend», als «einzigartig», als «eines der wichtigsten Projekte Europas» eines «der wohl berühmtesten Architekten» wird das Vorhaben angepriesen. Da muss man natürlich sehr dankbar sein. Wenigstens dann, wenn man den Werbetext so versteht, wie ihn die Werber verstanden wissen wollen.

Dass der japanische Professor «nun in Vals, quasi am Ende der Welt, für uns einen Garten baut, ist ein Geschenk», flöten die Schreiberlinge keck. Wahrscheinlich glauben sie, das tumbe Volk erinnere sich des Sprichworts, wonach man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul zu schauen hat.

Das zu tun, ist den Valserinnen und Valsern aber dringend zu empfehlen. Zumal die meisten von ihnen sich wohl nicht recht vorstellen können, was sie mit einem Park, so gross wie vier grosse Fussballfelder, eigentlich anfangen sollen.

redaktion-gr@suedostschweiz.ch

Weitere Artikel zum Thema