Jugendlicher Aargauer erschlägt im Tessin Mädchen mit Holzscheit
Aarau. – Der Schweizer habe nach fünf Wochen in Untersuchungshaft ein detailliertes Geständnis abgelegt, sagte Urs Winzenried, Chef der Aargauer Kriminalpolizei, am Mittwoch vor den Medien in Aarau. Das Motiv sei noch nicht vollständig geklärt.
«Es geht jedoch in die Richtung, dass die 17-jährige Vietnamesin aus dem Kanton Schwyz den Jugendlichen genervt habe», hielt Winzenried fest. Dies sei «erstaunlich». Er habe ein Holzscheit in die Hand genommen und die Lehrtochter «offenbar spontan» erschlagen.
Bei der Einvernahme machte der Jugendliche geltend, dass der Tat nicht nur kein Streit, sondern auch keine sexuellen Handlungen vorausgegangen sind, wie Winzenried sagte. Seine Aussagen seien aus polizeilicher Sicht «glaubhaft und schlüssig».
«Die Befragung mit dem mutmasslichen Täter war nicht ganz einfach, da er sich nur zögerlich aussagewillig zeigte», hielt der Kripo-Chef fest. Dank guter ermittlungs- und einvernahmetaktischer Arbeit sei es jedoch gelungen, den Mann zu Aussagen zu bewegen.
Mutmasslicher Täter bereits im August 2009 befragt
Die Lehrtochter war am 7. August anstatt, wie ihren Eltern angekündigt, nach Zürich ins Tessin gefahren. Darauf wurde sie als vermisst gemeldet. Am Morgen hatten sich die beiden Jugendlichen getroffen.
Das Mädchen zog danach los, um in der Gegend rund um Sessa TI eine Unterkunft zu finden. Am Abend machten die beiden einen Spaziergang, als sich der Aargauer offenbar spontan dazu entschloss, das Mädchen umzubringen.
Aufgrund ausgewerteter Handy-Daten hatte die Polizei den Schweizer bereits im August 2009 befragt, sagte Winzenried. Damals habe man ihn jedoch nicht als mutmasslichen Täter erkannt.
Dies sei der im August 2009 federführenden Kantonspolizei Schwyz nicht vorzuwerfen. Es habe sich damals noch um einen Vermisstfall und nicht um ein Tötungsdelikt gehandelt. (sda)









