Südostschweizer Kantone gegen Spielsucht
St. Gallen/Chur/Glarus. – Etwa 60 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz haben schon mindestens einmal in ihrem Leben ein Glücksspiel gespielt, wobei Lotterien und Wetten am beliebtesten sind. Für den grössten Teil ist dies ein harmloses Freizeitvergnügen. Für einen Teil wird Spielen aber zu einem Problem. Je nach Methode zur Bestimmung eines exzessiven, beziehungsweise problematischen Spielens fällt die Anzahl Betroffener unterschiedlich aus: Sie schwankt in der Schweiz zwischen 80 000 und 120 000 Personen. Etwa 70 bis 80 Prozent davon sind Männer.
Massnahmenpaket erarbeitet
Die Ostschweizer Kantone St. Gallen, Glarus, Graubünden, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau haben die Problematik erkannt und ein Angebot zur Prävention und Bekämpfung der Spielsucht erarbeitet.
Das Massnahmenpaket setzt auf ein Zusammenspiel von Information und Prävention, Fortbildung von Suchtfachleuten, Netzwerkarbeit sowie auf die schnelle und unkomplizierte Beratung und Unterstützung von Menschen mit einer Spielsuchtproblematik, teilten die Standeskanzleien heute mit.
Für die Umsetzung des Angebots konnte mit der Perspektive Thurgau eine im Bereich der Spielsuchtproblematik erfahrene Fachstelle gewonnen werden. Die Finanzierung des Angebots erfolgt durch die Interkantonale Landeslotterie Swisslos, die den Kantonen eine Abgabe von 0,5 Prozent des erzielten Bruttospielsertrags für Prävention und Spielsuchtbekämpfung leistet.
Persönliche Beratung
Menschen mit einer Spielsuchtproblematik und deren Angehörige haben jetzt die Möglichkeit, sich über die Internetseite www.sos-spielsucht.ch Rat zu holen oder direkt unter der Gratistelefonnummer 0800 040 080 professionelle und anonyme Erstberatung zu erhalten. Jeder der beteiligten Kantone bietet zudem für Betroffene und Angehörige weiterführende Fachberatungen im vertraulichen Gespräch an. Hinweise auf die entsprechenden Fachstellen in den Kantonen sind ebenfalls auf der Internetseite www.sos-spielsucht.ch zu finden.
Grenze zwischen Spiel und Glücksspiel
Unkontrolliertes Spielverhalten führt auf die Dauer zu finanziellen wie auch psychosozialen Folgeschäden. Mit der Aufnahme von Krediten oder dem Verkauf des persönlichen Eigentums beginnt ein Kreislauf, der auch, wenn die eigenen Mittel erschöpft sind, zu illegalen Handlungen führen kann.
Weitere Folgen können Depressionen, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit oder steigender Konsum von Alkohol oder Tabak sein. Nicht zuletzt kann ein solches exzessives Spielverhalten negative Auswirkungen auf die Famile und die Arbeit nach sich ziehen. (so)










