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Jubiläum im Fürstentum Liechtenstein

Fürst Hans-Adam II. (links) mit seinem Nachfolger Erbprinz Alois II. von Liechtenstein. Bild Eddy Risch/Keystone
Fürst Hans-Adam II. (links) mit seinem Nachfolger Erbprinz Alois II. von Liechtenstein. Bild Eddy Risch/Keystone
Der Liechtensteiner Fürst Hans-Adam II. hat am Freitag das 20-Jahre-Jubiläum als Staatsoberhaupt gefeiert. Politisch ist der begnadete Provokateur nicht mehr an vorderster Front aktiv. Aber gerade in der Politik hat er tiefe Spuren hinterlassen.

Von Ruedi Lämmler

Vaduz. – Glückwünsche konnte der 64-jährige Jubilar Fürst Hans-Adam II. am Freitag auf Schloss Vaduz von den Repräsentanten der politischen Institutionen entgegennehmen, von Regierungschef Klaus Tschütscher und Parlamentspräsident Arthur Brunhart. Einen offiziellen Festakt gab es nicht.

Hans-Adam II. übernahm die Funktion als Staatsoberhaupt am 13. November 1989, dem Todestag seines Vaters Fürst Franz Josef II. Dieser hatte ihn schon 1984 als Stellvertreter eingesetzt und mit den Regierungsgeschäften betraut. Am Staatsfeiertag vom 15. August 2004 übergab Hans-Adam II. die Regierungsgeschäfte Erbprinz Alois, dem Thronfolger, blieb aber Staatsoberhaupt.

Den Grüssaugust mochte er nie spielen

Als Landesfürst setzte sich Hans-Adam II. für eine eigenständige Aussenpolitik ein. Er machte deutlich, dass das Fürstenhaus eine aktive politische Rolle spielen wolle und er sich nicht auf den «Grüssaugust» reduzieren lasse. 1990 führte er Liechtenstein in die UNO, 1995 wurde das Fürstentum EWR-Mitglied.

Die erste und wichtigste Aufgabe als Staatsoberhaupt sei aber zweifellos die Reorganisation und der Wiederaufbau des fürstlichen Vermögens gewesen», sagte der vierfache Vater in einem am Freitag in der Tageszeitung «Liechtensteiner Vaterland» veröffentlichten Interview.

Das fürstliche Vermögen, zu dem auch eine Bank gehört, wird inzwischen auf sechs bis acht Milliarden Franken geschätzt. Hans- Adam II. gilt als der reichste aldlige Staatsoberhaupt Europas.

Hochemotionaler Kampf um Verfassung

Der politische Höhepunkt war für den oft scharfzüngig agierenden Fürsten seine Reform der Liechtensteiner Verfassung, die Hans-Adam II. mit einer Volksinitiative selber einleitete und durchbrachte. Mit einem Anteil von fast 65 Prozent stimmte das Volk 2003 dem Verfassungentwurf nach einem emotional hoch aufgeladenen Abstimmungskampf zu.

Kritiker warfen dem Landesfürsten vor, mit der Revision die Monarchie gestärkt zu haben. Der Fürst sagte, das Gegenteil sei der Fall, die demokratischen Rechte würden ausgebaut. Der Abstimmungkampf, in dem Hans-Adam II. drohte, nach Wien auszuwandern, hat Wunden hinterlassen, die bei Beteiligten bis heute nicht verheilt sind.

Seit neustem Buchautor

Von sich reden gemacht hat der Jubilar in den letzten Wochen mit einem Buch, das vorerst nur in englischer Sprache vorliegt. «The State in the Third Millennium» (Der Staat im dritten Jahrtausend), heisst der Titel.

«In der Mitte des 21. Jahrhunderts werden die Menschen noch sehr viel mehr als heute in einer globalisierten Welt leben, und da wird es entscheidend sein, ob die Staaten den Menschen dienen oder die Menschen den Staaten und ihren Herrschern», sagte der Fürst im Interview mit dem «Liechtensteiner Vaterland».

Und der Monarch, der laut Verfassung der Gerichtsbarkeit nicht untersteht und rechtlich nicht verantwortlich ist, sieht sein Land durchaus als Modell: «Die Staaten werden nur dann den Menschen dienen, wenn es demokratische Rechtsstaaten sind mit direkter Demokratie und einem Selbstbestimmungsrecht auch der kleinen politischen Einheiten, wie wir das in Liechtenstein auf Gemeindeebene haben.»

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