Um die Abzocker-Initiative tobt ein Machtkampf. Erst wurde die SP vom Coup des SVP-Strategiechefs Christoph Blocher mit Thomas Minder überrumpelt. Im Poker um die Volksgunst hat sie gestern mit Grünen und CVP einen Etappensieg verbucht.
Wie viel Allgemeingültiges lässt sich aus ein paar Tagen Distanz zu den glarnerischen Wahlergebnissen sagen? Bei der Regierung wohl vor allem zweierlei:
Einige Israelis mögen darüber verärgert sein, dass US-Präsident Barack Obama selber den Weg zu seinem engsten Verbündeten im Nahen Osten bisher nicht gefunden hat.
Region / 11.3.2010 / Die Südostschweiz, Graubünden
Es ist noch nicht lange her, da wurde die Ausbildung für Pflegefachfrauen und -fachmänner mit theoretischem Fachwissen aufgeblasen. Die Messlatte wurde vor allem im schulischen Bereich immer höher gelegt.
Mit dem Ausstieg aus dem Wettbewerb um die nächste Generation an Betankungsflugzeugen für die US Air Force verliert Airbus nicht nur ein 40-Milliarden-Dollar-Geschäft.
Es ist psychologisch nicht ganz einfach für den Regierungsrat, die Kantonsrechnung 2009 auf politisch passende Art zu verkaufen. 396,3 Prozent Selbstfinanzierungsgrad, das tönt ja nun wirklich nach siebentem Himmel.
Die technische Revolution «Avatar» war das Kinoereignis des Jahres – darin sind sich nicht nur Abermillionen von Zuschauern einig. Die US-Academy of Motion Picture Arts and Sciences ist indes nicht primär dazu da, das Kino (also das Erlebnis) zu würdigen.
Die Vorschläge zur Zukunft des Finanzplatzes Schweiz, die gestern von der FDP vorgestellt worden sind, dürfen getrost als kleine freisinnige Revolution bezeichnet werden.
Diese Abstimmungsniederlage – so knapp sie auch ausgefallen ist – hätten sich Regierung und Grosser Rat ersparen können. Sie hätten nur bereit sein müssen, das komplexe Reformpaket in verdauliche Portionen zu unterteilen und den Gegnern ein Stück weit entgegenzukommen.
Die Stadtsanktgaller haben gestern ihre kleine Verkehrsrevolution tatsächlich vollzogen: Mit klarem Mehr hat sich das Stadtvolk der vom Parlament beantragten Plafonierung des motorisierten Individualverkehrs angeschlossen.
Der gestrige Wahl- und Abstimmungssonntag lief ganz nach dem Geschmack der Glarner Linken: national, kantonal wie kommunal. Zum nationalen Abstimmungssieg beim Umwandlungssatz kommt der kantonale Erfolg bei der Regierungsratswahl.
Mit Christine Bickels Wahl rückt eine künftige Frauen-Regierungsmehrheit in Reichweite; es bleibt aber auch das linke Wählerspektum solide eingebunden.
Die aufgekochte Stimmung um Managerlöhne verunmöglicht es derzeit, eine Abstimmung über eine Abbauvorlage zu gewinnen. Das hat die vom Volk wuchtig verworfene Senkung des Umwandlungssatzes in aller Deutlichkeit gezeigt.
Nicht nur der deutsche Freisinn hat ein Problem, sondern offenbar auch der schweizerische. In den letzten Jahren wurde er hierzulande programmatisch aufgerieben zwischen der SP und der SVP.
SOSo Seite 2 GL / 7.3.2010 / Die Südostschweiz, Glarus
Heute begleiten wir Wählerin Lucrezia Binggeli-Boller an die Urne. Seit 39 Jahren, als die Frauen endlich das Stimmrecht bekamen, geht sie aus Prinzip immer erst am Sonntag, kurz vor Urnenschluss, ins Wahllokal.
SOSo Seite 2 GS / 7.3.2010 / Die Südostschweiz, Gaster/See
«Wir müssen uns vertrauensvoll in den Schoss des heiligen Fridolins begeben»: So zitierte hier vor Wochenfrist der Schänner Präsident einen früheren hohen Gaster-Politiker.
Wenn sich die Sonderkommission des Bündner Grossen Rates in den nächsten Wochen noch in die intimsten Details des verstorbenen Polizeikommandanten Markus Reinhardt vergräbt, darf sie eines nicht aus den Augen verlieren:
Erneut haben wir es versäumt, die Kandidierenden von morgen Sonntag rechtzeitig nach dem Grad ihres guten Kleidergeschmacks zu benoten. Heute, einen Tag vor Urnenschluss, kann ich das natürlich nicht mehr machen:
Die erste Woche der laufenden Frühjahrssession der eidgenössischen Räte hat einen unschönen Trend bestätigt: Bundesbern politisiert zunehmend an den Anliegen der Bevölkerung vorbei.
Die Ausgangslage für die Regierungsratswahlen, zu denen wir nun an die Urne gerufen sind, folgt der Logik des Alphabets: A wie Abtretender (Kamm); B wie Bisherige (Bettiga, Dürst, Marti, Widmer); C wie Christine und D wie Dirk.