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Ohne Subventionen tut es sich nicht mehr lohnen

Vieli Adrian , Vals

Für zahlreiche Schweizer Bergbahnen kam es wie befürchtet. Und für die Sportbahnen Vals AG kam es, wie es kommen musste.

Das Wintergeschäft mit dem Skifahren wird immer schwieriger. Die Abhängigkeit vieler Destinationen bzw. Orte vom Skitourismus entpuppt sich als immer problematischer. Doch ungeachtet dessen geht das kontinuierliche Aufrüsten weiter. Die wettrüstenden Anbieter hoffen, dass dem einen oder andern Konkurrenten der Schnauf früher als ihnen selber ausgehen wird!

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die Saisonbilanz der Seilbahnen Schweiz zeigt für den Winter 2013/2014, dass 41% aller Pisten in der Schweiz beschneit wurden. Die Pisten-Beschneiung ist mittlerweile für viele Bergbahnunternehmen zu einem beträchtlichen Kostenfaktor geworden. Vom immensen Strom- und Wasserverbrauch, den oftmals grossflächigen Erdarbeiten und den Zusätzen im Wasser einmal abgesehen, muss die Frage erlaubt sein, ob die Produktion von Kunstschnee in dermassen vielen Skigebieten tatsächlich Sinn macht. Gebetsmühlenartig kolportieren sogenannte Experten, dass es ohne Beschneiung
der Skipisten gar nicht mehr gehe.

Ist die Schneemenge tatsächlich das entscheidende Kriterium? Womöglich sind die gestiegenen Erwartungen der Gäste für das Wettrüsten in den Alpen hauptursächlich. Braucht es bezüglich Erwartungen ein Umdenken? Die totale Verfügbarkeit von
Angeboten und eine gleichzeitige intakte Naturlandschaft stehen sich jedenfalls diametral gegenüber. Darauf sollten Experten, insbesondere selbsternannte, vermehrt hinweisen. Und dass eine Verbesserung und Ausweitung des Angebots immer eine
Steigerung der Nachfrage mit sich bringt, ist schlichtweg falsch.

Dass das Wettrüsten bei den Sportbahnen vermehrt Opfer fordern wird, kommt in der öffentlichen Diskussion noch immer viel zu wenig zum Ausdruck. Der steigende Betriebsaufwand wird manch schwach positioniertem Unternehmen in naher Zukunft das ökonomische Rückgrat brechen. Ein Hinweis darauf gibt unter anderem die vermehrt gestellte Frage, ob man die Kosten für die künstliche Beschneiung sozialisieren darf. Weshalb eigentlich, wenn der freie Markt angeblich so gut funktioniert? Verluste sozialisieren, das kennen wir sattsam. Das Motto lautet im
konkreten Fall: Es braucht auch für die Bahnen reichlich Subventionen, denn ohne diese tut sich das Schaffen am Berg nicht mehr lohnen.

Eindeutig ist: Die Fixkosten, welche die Schweizer Bergbahnunternehmen haben, sind sehr hoch – für die Sportbahnen Vals sind die Ausgaben selbst ohne umfassendes
Beschneiungskonzept zu hoch! Für Vals3000 kam es nach dem Verkauf des Hotels Therme, wie es kommen musste. Die Frequenzen am Berg erweisen sich mittlerweile als viel zu niedrig, um aus eigener Kraft überleben zu können.

Hinzu kommt, dass der Pachtvertrag zwischen Bergbahnen und dem Hotel zur Führung der Gastronomiebetriebe nach dem erwähnten Verkauf gekündigt wurde. Somit fehlen der Sportbahnen Vals AG nun auch jährlich zwischen 120’000 bis
150’000 Franken Deckungsbeitrag, die vorher durch das gemeindeeigene Unternehmen Hotel Therme berappt wurden. Die unzureichenden Gastfrequenzen plus der fehlende Pachtertrag führen seit 2012 in der Erfolgsrechnung zu einem geschätzten Fehlbetrag von 300’000 bis 500’000 Franken, und zwar jährlich.

Wenig Anlass zu Hoffnung bereitet die Tatsache, dass das Skigebiet Vals von den städtischen Ballungszentren zu weit entfernt ist. Nahe den Agglomerationen gibt es bekanntlich beliebte Skigebiete. Folglich ist es äusserst schwierig, Tages-Skitouristen nach Vals zu bekommen. Einzig über Preisdumping wäre dies denkbar. Doch dann würde die Marge noch mehr schrumpfen. Und andere Wintersport-Angebote in Städten gibt es zuhauf. Wer derzeit Lust hat, kann zum Beispiel auf der Kunsteisbahn des Sechseläutenplatzes Schlittschuh laufen oder Eisstockschiessen.

In Graubünden ist der Umsatz der Bergbahnen gegenüber dem bereits schlechten Vorjahr um satte 14 % eingebrochen. Die Strukturbereinigung wird sich folglich verschärfen. Könnten die Sportbahnen Vals schon bald davon betroffen sein? Diese
Frage hört man in Vals höchstens hinter vorgehaltener Hand. Ohne schlüssiges Sanierungskonzept müsste es aber heissen: Wäre es nicht sinnvoll, die Bilanz der Valser Sportbahnen AG zu deponieren? Diese Frage wiederum würde vielen
Einheimischen wie Hochverrat vorkommen. Weshalb eigentlich? Weil die Sportbahnen Vals AG für viele ValserInnen eine heilige Kuh ist.

Doch selbst in Indien, dem zweitgrössten Fleischexporteur der Welt, werden Kühe (vor allem Büffel) geschlachtet. Wie ist das möglich? Büffel gelten in Indien nicht als heilig. Ergo auch nicht jede Kuh. Womit wir wieder bei der (noch) heiligen Valser Kuh, der Sportbahnen AG, sind: Über ihre Schlachtung darf zumindest
nachgedacht werden. Welche Strategien wären hierbei denkbar? Geordnetes oder ungeordnetes «Lichterlöschen», andernfalls die Gründung einer Auffanggesellschaft? Vielleicht wäre auch ein Kapitalschnitt, womöglich mit nachfolgender Kapitalerhöhung,
eine Option?

Die Verantwortlichen könnten sich alternativ dazu für die «Strategie Infrastruktur» entscheiden. Die Sportbahnen Vals AG würde dann ein zu 100 Prozent gemeindeeigenes Unternehmen, das mit Steuergeldern am Leben zu erhalten wäre. Aber selbstverständlich nur, wenn der Überflieger Remo Stoffel seine Millionen nicht plötzlich und gar unverhofft über dem Valsertal abwirft.

Die Verantwortlichen der Sportbahnen Vals hoffen bekanntlich auf den Unternehmer Rory Byrne, und wie kürzlich ruchbar geworden ist, wird dessen finanzielles Engagement nun mit Stoffels Turm- und Parkvorhaben verknüpft. Das Argument der Promotoren ist vergleichbar. Es gelte nun, in Vals einen einzigartigen Luxustourismus zu etablieren! Doch der Volksmund sagt es treffend: Äpfel und Birnen sollten nicht verglichen werden. Und man ist versucht darauf hinzuweisen, dass für Stoffels und Byrnes Valser Grossprojekte das Gleiche gilt. Weil sonst nämlich ein unsägliches Durcheinander entstünde.

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Kommentare

Valler Rhiii

Di 02.02.2016 - 08:50

Der Einfallsreichtum dieses Roy Byrne und des Sportbahnen VR ist nahe null. Vals ist immer den eigenen Weg gegangen und hat dadurch Erfolg gehabt. Durch die Abgeschiedenheit so wie es Vieli im Leserbrief gesagt hat braucht es viel mehr Innovationskraft. Abgrenzung ist das Zauberwort. Statt dessen kopiert man Maiensässhüschi in Tschappina Heinzenberg in Gadastatt, Zumthorhüschi in Leis, billige Kopie von Rock Resort Laax bei der Talstation. Nein das kann so nicht funktionieren. Zum Zug kommen Unbekannte zweitklassige Architekten. Vals hat sehr gute Erfahrungen mit renommierten Architekten gemacht. Der größte Tourismuserfolgt ist ja auf Zumthor zurückzuführen. Ich war an der Generalversammlig letztes Jahr wo das Projekt präsentiert worden ist. Keine flankierenden Maßnahmen, kein richtiges Konzept war zu erkennen. Kostenpunkt fürd Hüschi 1.5 bis 3 Millionen Franken. Das sind keine großen Villen, einfach schlichte, kleine Maiensässe. Ein sehr teurer Spaß oder gibt es vergoldete Badewannen? Was machen die Leute am Abend dort oben? Keine Attraktionen, keine Aktivitäten sind möglich. Das Resti über die Jahre gekommen, sieht heruntergekommen aus. Die Schirmbar wirkt wenig einladend für en Kaffi Schnapps um Mitternacht. Sonst ist dort oben nichts. Keine Wellnessanlage mit Blick auf die schöne Bergwelt, kein Fitnessstudio, kein attraktives Resti für die zahlende Kundschaft. Der Familienclan der Gartmänner kommt noch auf die Welt. Naiver geht's kaum. Schämfaktor 10

Gregori Marcus

Mi 27.01.2016 - 08:17

Die Valser Bergbahnen haben es nicht einfach. Vals gehört zu den abgelegensten Orten Graubündens. Umso erstaunlicher das die Bergbahnen früher so gut gelaufen sind. Heute sieht es anders aus. Bin gestern fahren gewesen bei wunderbaren Bedingungen. Doch es waren fast keine Leute zu sehen. Die paar wenigen waren warscheinlich Eineheimische vom Dialekt her. Die Bedingungen könnten besser kaum sein. Sonnenschein, keine einzige Wolke am Himmel und es hat jetzt Schnee gegeben. Ich glaube Zumthors Effekt war sehr gross in Vals mit Auswirkungen auf den ganzen Tourismus inklusive Skitourismus. Jetz läuft es seit Jahren schlecht, seitdem die Zumthorschlacht begann. Jammerschade wenn die Valser es immer noch nicht kapieren. Das Bauprojekt der Valser Bahnen kenne ich nicht. Komisch ist auch nichts auf Google zu finden. Unter Byrne findet man auch nichts. Ich denke es ist nicht sehr ausgereift. Das man das Projekt vom Turmbau zu Vals abhängig macht zeigt das es nicht ernst gemeint ist. Der Turm ist gestorben. Coca Cola geht kein RIsiko ein. Was machen die Valser Bahnen? Nichts, sie bleiben bei der Abhängigkeit und posaunen ein Baustart in schon einem Jahr. Glaubwürdig ist das nicht.

Paar aus Vals

Do 28.01.2016 - 07:44

Dickes Lob an den alten Verwaltungsrat der Vals3000 AG. Über Jahre hinweg wies die alte Truppe schwarze Zahlen aus. Dem heutigen VR blieb der Erfolg bis heute verwehrt. Statt zu reagieren, probiert man indirekt den Schulterschluss mit Stoffel über Pauder Byrne. Es ist ein offenes Geheimnis das der aktuelle VR Bewunderer&Unterstützer Stoffels waren. Auch wir pflichten dem Vorredner bei. Vor kurzem besuchten wir bei schönstem Wätter das Skigebiet. Es hatte höchstens vier Leute im Restaurant Gadastatt, während die Pisten fast leer blieben. Das Wetter war fantastisch und deshalb genossen wir dennoch den schönen Tag in der Natur. Aufstossen tut uns die Selbstironie. Überall lobt sich die Sportbahnenbetreiberin selbst, das war früher anders. Super Job, toller Job. Ein Dank an unsere Mitarbeiter. Wenn der Job tatsächlich so gut ist, warum schreiben sie jedes Jahr rote Zahlen? Muss man von einer Mitarbeiter nicht immer einen guten Job erwarten, egal ob Metzger, Bauer oder Postautochaufför? Die Selbstverherrlichung und Arroganz stösst uns auf und wennes um die Gründe am Ende der Saison geht, sind immer die Anderen daran Schuld. So kann es nicht weitergehen.

Wolfgang Reuss

Do 28.01.2016 - 23:33

Das mit dem "Selbstlob" haben Sie gut beobachtet.
Je schlechter etwas ist, umso heuchlerischer/falscher wird es beschönigt, hochgelobt. Nicht nur im Tourismus, sondern in allen Lebensbereichen. Eine widerliche Eigenschaft.
Schein statt Sein.

Verängstigte V…

Fr 29.01.2016 - 07:43

Demokratische Erungenschaften wie die Meinungsfreiheit werden in Vals seit Jahren ausgehebelt. Ich muss so namenlos schreiben sonst ist der Teufel los. In einer kleinen Schicksalgemeinschaft wo jeder jeden kennt, muss aufgepasst werden. Die Kritiker müssen die Schnauze halten. Wer es wagt öffentlich zu kritisieren, das sind wenige, werden an den Stammtischen und in Vals bekannten Leuten mit Falschaussagen eingedeckt und wüst beschimpft. Ich wollte mir ein Urteil bilden in Bezug auf die Arroganz. auf der Facebookseite Vals3000 und der Homepage von Vals3000 würde ich fündig. Sie haben alle recht, man prahlt in den höchsten Tönen über sich selbst "unsere Jungs machen Top-Arbeit", dabei hat man das Skigebiet mit fast einem Monat Verspätung eröffnet. Warum also diese verrückte Selbstdarstellung? Es Werden komische Nachrichten erstellt die verwundern und auf der Homepage hagelt es nur so von Rechtschreibefehlern. Alles ist sehr amateurhaft. Man kriegt keinen guten Eindruck als Außenstehender. Man bekommt das Gefühl ein Drittklässler ist Webadmin

Stadt- Khurer

Di 26.01.2016 - 21:13

Die Halbwisser-Fraktion hat in Vals das Sagen. Dieses Jahr werden die Zustände in Vals wieder Thema der Khurer Fasnacht sein. Wenns schon nicht klappt mit all den Mammuttprojekten haben wenigstens die Faschingsnarren etwas davon. Vals hat die Spitzenposition an vielrn Fasnachtsumzügen landauf landab seit Jahren auf sicher

Dennis Landolt

Di 26.01.2016 - 13:09

1/2 Million im Jahr, das ist viel Geld. Sehr viel für eine Kleinstgemeinde. Die Frequenz ist eingebrochen. Das hängt mit dem neuen Eigentümer der Therme zusammen. Bedauerlich wie Vals langsam untergeht. Was waren das für Zeiten vor zehn Jahren. Meine Frau und ich hoffen auf die Vernunft der Valserinnen und Valser. Noch kann der kapitale Fehler vom 2012 geändert werden. Ein Nein in der entscheidenden Abstimmung 2016 ist wichtig. Danach Skigebiet temporär schliessen damit mit neuer Frische gestarteten werden kann. Vals braucht einen Neuanfang. Stoffel muss weg. Truffer muss weg und neue Leute müssen ran im Tourismusbüro und den Bergbahnen. Der Gemeinderat ist nicht mehr tragbar. Es herrscht arroganz. Viele Leute die sich masslos überschätzen. Viele Leute ohne Leistungsausweis. Dorfkönige haben Konjunktur. Wir hoffen auf die Änderung. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Alles wird besser, Vals wird hoffentlich wieder so gut wie es einmal war. Wir geben die Hoffnung nicht auf.