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Muslimische Gräberfelder schon bald Realität

Die Gemeinde Glarus Nord will im Friedhof Niederurnen muslimische Grabfelder ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der islamischen Gemeinschaft habe man in wichtigen Punkten einen Kompromiss erreichen können. Wir haben der Bevölkerung den Puls gefühlt.

Der Friedhof Niederurnen. Bild Sasi Subramaniam
Das wurde nötig, weil der muslimische Bestattungsritus eigentlich nicht mit der Friedhofverordnung der Gemeinde Glarus Nord kompatibel ist. Erstaunlich unaufgeregt hat die Gemeinde Glarus Nord etwas umgesetzt, das in anderen Gemeinden regelmässig für grosse Diskussionen führt: Muslimische Grabfelder auf dem Friedhof Niederurnen. Gemeindepräsident Martin Laupper sieht keine Hürden mehr für die Umsetzung dieser Idee: «Die Umsetzung ist schon sehr konkret, und wird in wenigen Wochen real sein.»
 
Es sei durchaus möglich, dass sich gegen diesen Entscheid Widerstand rege, sagt Laupper. Der Gemeinderat sei sich dessen bewusst gewesen, als er sich entschieden habe. Und Laupper liefert auch gleich sein Argument für die Schaffung der muslimischen Gräberfelder: «Muslime leben hier, zahlen Steuern und sind sogar Bürger dieser Gemeinde. Sie sollen darum auch die Möglichkeit haben, hier eine würdevolle Beerdingung zu bekommen.» 
 

TV Südostschweiz hat bei der Bevölkerung den Puls gefühlt

Das sieht auch Irfan Lika, Präsident der albanisch-islamischen Gemeinschaft so. «Für mich ist das Glarnerland nicht eine zweite Heimat, sondern meine Heimat. Klar, will ich hier begraben werden.» Er wolle, dass seine Kinder einmal nicht in den Kosovo reisen müssen, um sein Grab zu besuchen.
 
Muslimische Gräber würden sich gegen aussen nur in der Ausrichtung nach Mekka von christlichen Gräbern unterscheiden, sagt der Gemeindepräsident. Ein grösseres Problem waren allerdings zwei Punkte: Muslime werden normalerweise ohne Sarg und mit ewiger Grabesruhe bestattet. Für beide Punkte habe man aber eine Lösung gefunden, die für beide Seiten stimme, freut sich Laupper. 
 
Irfan Lika erwartet, dass es in den nächsten zehn Jahren keinen Ansturm auf die Plätze geben wird: „Das ist eine Generationenfrage. Die älteren Leute sind noch stärker mit ihrer früheren Heimat verbunden.“ Die Generation, die auch hier aufgewachsen ist, sei aber wohl zu grossen Teilen nicht mehr bereit, ihre sterblichen Überreste in den Kosovo, die Türkei oder in ein anderes muslimisches Land überführen zu lassen. (sdü)

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