Bethlehems Geburtskirche wird Weltkulturerbe

Die Geburtskirche Jesu und der Pilgerweg in Bethlehem sind überraschend als Welterbe der UNESCO anerkannt worden. Das Welterbe-Komitee stimmte am Freitag in St. Petersburg mehrheitlich für den Eilantrag der Palästinenser.

Blick auf das frischgekürte Weltkulturerbe in Betlehem: Die Geburtskirche (Archiv).

Bild: Keystone

St. Petersburg. – Bethlehem liegt im israelisch besetzten Westjordanland südlich von Jerusalem. Der Welterbetitel für die Palästinenser gilt als weiterer Triumph bei ihren Autonomiebestrebungen.

Die Palästinenser sprachen von einem «historischen Tag für die Gerechtigkeit». «Das palästinensische Volk feiert diese Entscheidung als einen Augenblick nationalen Stolzes und Anerkennung seines reichen und einzigartigen Erbes und seiner Identität», sagte das führende Mitglied der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Hanan Aschrawi, in Ramallah.

Die Kirche in Bethlehem wurde über der Grotte gebaut, in der gemäss Überlieferung Jesus Christus geboren worden sein soll. Experten hatten allerdings keine Empfehlung für den politischen Antrag gegeben. Stimmberechtigt waren 21 Mitglieder des Welterbe-Komitees. Es gab 13 Ja-Stimmen. 6 Vertreter lehnten den Antrag ab, 2 enthielten sich.

Auch Isreal erreichte einen Eintrag in die Liste des Welterbes. Dort wurden mehrere Höhlen im Karmel-Gebirge aufgenommen, denen eine besondere Bedeutung für die Erforschung der frühmenschlichen Entwicklung zukommt. Zudem erhielten unter anderem Bali (Indonesien) und die Pazifikinsel Palau die Anerkennung als Welterbestätten.

Vor allem aber hatte das Ja zur Geburtskirche in Bethlehem eine besondere Dimension. Die Palästinenser sind erst im vergangenen Jahr gegen den heftigen Widerstand von Israel und den USA als Vollmitglied in die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) aufgenommen worden.

Der Internationale Rat für Denkmalpflege (Icomos) hatte in einem Gutachten die Dringlichkeit des Antrags verneint. Neben Ländern wie den USA und Israel sehen auch christliche Kirchenvertreter den Antrag kritisch. Sie wollen die Geburtskirche aus politischen Auseinandersetzungen heraushalten und befürchten Einschränkungen bei der Nutzung als religiösem Wallfahrtsort.

Die Beschlüsse über die Neuaufnahmen in die Liste schützenswerter Kultur- und Naturstätten werden mehrheitlich auf Grundlage von Expertengutachten getroffen. Ausschlaggebend dafür sind der universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für künftige Generationen sicherstellt.

Auf der Welterbeliste stehen heute mehr als 900 Kultur- und Naturstätten in 153 Ländern. Darunter sind 12 aus der Schweiz, beispielsweise die Berner Altstadt, das Weinbaugebiet Lavaux oder die Pfahlbauten. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 29.06.2012, 16:00 Uhr
  • Webcode: 2404378
 
 

Gastbeitrag
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Code:*
CAPTCHA
Enter your dog's name:
Speichern Vorschau
Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Samstag, 20.12.2014 03:03 Uhr | 0 Kommentare

Nach Kritik am Kinostopp der Nordkorea-Satire «The Interview» will das Filmstudio Sony den Film nun anderweitig unter die Leute bringen. «Es ist noch immer unsere Hoffnung, dass jeder, der den Film sehen möchte, auch die Gelegenheit dazu bekommt», teilte Sony mit.

mehr...

Freitag, 19.12.2014 20:52 Uhr | 0 Kommentare

US-Präsident Barack Obama hat die Absage des Nordkorea-Satirefilms «The Interview» nach einem Hacker-Angriff und Terrordrohungen kritisiert. Das Filmstudio Sony Pictures habe einen «Fehler begangen», sagte Obama bei seiner Jahresend-Pressekonferenz im Weissen Haus.

mehr...

Freitag, 19.12.2014 20:39 Uhr | 0 Kommentare

Neun Filme haben die nächste Runde im Rennen um den Auslandsoscar geschafft. Der Schweizer Beitrag «Der Kreis» ist nicht darunter. Noch hoffen dürfen Argentinien, Estland, Georgien, Mauretanien, die Niederlande, Polen, Russland, Schweden und Venezuela.

mehr...

Freitag, 19.12.2014 12:54 Uhr | 0 Kommentare

Das Kabinett der Visionäre in Chur präsentiert eine Werkschau mit Bündner Künstlerinnen und Künstlern an vier Standorten in Chur.

mehr...

Freitag, 19.12.2014 11:44 Uhr | 0 Kommentare

Das Kunstmuseum St. Gallen erhält das Bild «Stockhornkette mit Thunersee» von Ferdinand Hodler als Dauerleihgabe der Simon-und-Charlotte-Frick-Stiftung. Das Gemälde ist aber wegen seiner Herkunft umstritten. Erben von Opfern des Naziregimes fordern es seit 2001 zurück.

mehr...

Alle Artikel

Community

Multimedia

Top-Deals

Kompressionssocken Modell CS-02 zur Stabilisierung und Entlastung während dem Sport, den Reisen und der Arbeit
CHF 31.-
CHF 71.-
mehr
Das Basler Suiten-Wochenende im Swissôtel
CHF 400.-
CHF 900.-
mehr
Schlittelplausch in Feldis für 2 Personen inklusive Schlittenmiete und Fondue im Restaurant Raschuns
CHF 78.-
CHF 156.-
mehr
Somedia Production