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Schützen statt stehlen: Diese Hacker sind keine Verbrecher

Von Hackern hört man meist dann, wenn jemand Opfer eines illegalen Angriffes wurde. Es gibt aber auch «gute» Hacker. Diese messen sich Anfang November an einer Art Europameisterschaft. Zum Schweizer Team gehören auch zwei Studenten aus dem Linthgebiet. 

Hacken für die Schweiz: Die HSR-Studenten Marcel Maeder (links) und Stefano Kals sind im Schweizer Team an der «European Cyber Security Challenge».

Bankdaten geklaut oder private Fotos veröffentlicht – Hacker können grossen Schaden anrichten. «Ethische» Hacker bewirken das Gegenteil: Sie suchen Schwachstellen in Systemen und beheben diese. «Ein ‘ethischer’ Hacker nutzt sein Wissen nicht für illegale Zwecke, sondern setzt es so ein, dass er Menschen damit schützen kann», erklärt Stefano Kals. Er studiert im fünften Semester Informatik an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Zusammen mit Kommilitone Marcel Maeder ist er Teil des zehnköpfigen Schweizer Teams, das vom 7. bis 10. November an der «European Cyber Security Challenge» teilnimmt. Dort messen insgesamt zehn europäische Länder ihre Fähigkeiten in der Internetsicherheit.

Ein nie endendes Thema

Mit dem Hacken haben die beiden bei Studiumsbeginn vor zwei Jahren begonnen. «Schon im Primarschulalter hatte ich Freude an Computern und wollte wissen, wie sie funktionieren», sagt der 24-jährige Maeder. Wer sich die beiden als typische Nerds vorstellt, liegt falsch. Sie hacken vor allem an der Hochschule – zu Hause meist nur, wenn es Hausaufgaben gibt oder sie sich für die kommende Challenge vorbereiten. Trainiert wird mit Online-Aufgaben, bei denen Rätsel gelöst oder Sicherheitslücken in einem fiktiven System gefunden werden müssen. «Cyber-Security ist ein nie endendes Thema, man muss immer am Ball bleiben, weil sich alles schnell weiterentwickelt», sagt Kals.

Hacken ist wie Velofahren

Nur durch das Lesen von Büchern wird man aber noch kein Security-Profi: «Es ist wie Velofahren – das muss man auch ausprobieren und üben», sagt Ivan Bütler. Er unterrichtet Cyber-Security an der HSR und ist in die Organisation der Challenge involviert.

Für Bütler ist Cyber-Security die Königsdisziplin in der Informatik. «Fachleute in der Security müssen in allen Disziplinen Fähigkeiten mitbringen – es reicht nicht, wenn sie sich zum Beispiel bloss mit Windows auskennen oder gut in Mathematik sind.»

Informatik kennt keine Grenzen

Das Hauptziel der Challenge ist gemäss Bütler die Talentsuche. «Es gibt viele Leute, die stark im Security-Bereich sind – diese will man finden und ihnen Zukunftsperspektiven eröffnen.» Neben der HSR stehen auch mehrere Universitäten und der Bund hinter der Challenge. Das gebe ihr eine glaubwürdige Note, sagt Bütler.

Für Kals und Maeder ist klar: Sie wollen mit ihrem Team so weit wie möglich kommen. Kals meint: «Man lernt, wie andere ein Problem angehen. Obwohl wir gegeneinander kämpfen, sehen wir uns nicht als Feinde, denn schlussendlich profitieren wir alle voneinander.» 

Das Schöne an der Informatik sei, dass es keine Vorurteile und Grenzen gebe, alle seien gleich. Für Kals ein wichtiger Punkt: Er kann sich gut vorstellen, einmal im Security-Bereich im Ausland zu arbeiten. Teilzeitstudent Maeder arbeitet bereits im Security-Team einer Netzwerk-Firma. «Die immer neuen Technologien machen das Aufspüren von Sicherheitslücken sehr anstrengend», sagt er. Gerade das findet Kals spannend. Er hat vor dem Studium fünf Jahre beim Zoll gearbeitet. «Da konnte ich irgendwann nichts mehr Spannendes dazulernen», so Kals. In der Informatik gebe es immer wieder etwas Neues.

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