| Autor: | Kern Hans-Heiner |
| Ort: | Zürich |
| Datum/Zeit: | 13.02.2012 20:20 |
Was ist denn schon eine Zweitwohnung? Das ist gemäss vorherrschender Meinung jede Wohnung, die jemandem gehört, der nicht am Standort seine Steuern bezahlt. Alle Wohnungen, die nicht einem Einheimischen gehören, gelten somit als Zweitwohnungen – völlig unabhängig davon, wie oft diese Wohnungen benutzt werden. Müsste man nicht unterscheiden zwischen ‚Zweitwohnung‘ und ‚Ferienwohnung‘? Bei der aktuellen Diskussion über den Zweitwohnungsbau wird vernachlässigt, dass die gängige Definition einer Zweitwohnung die tatsächlichen Verhältnisse viel zu wenig abzubilden vermag.
Wir verbringen pro Jahr rund ein Drittel der Nächte in unserer ‚Zweitwohnung‘ – Sommer und Winter, auch in den Zwischensaisons. Wir werden aber in den gleichen Topf geworfen wie jemand, der seine Wohnung nur während dreier Wochen pro Jahr nutzt. (Es gibt sogar sogenannte Erstwohnungen, die weniger genutzt werden als unsere.) Und solche häufig genutzten Zweitwohnungen gibt es noch viele, gerade in Flims.
Das Problem sind nicht die Zweitwohnungen, sondern die kalten Betten. Und dieses – unbestreitbar dringende - Problem löst man mit der starren Zweitwohnungsquote der Abstimmungsvorlage mit Sicherheit nicht. Da müssen andere Modelle her, wie zum Beispiel der Ansatz der Gemeindepräsidentin von Silvaplana über eine nach der Dauer der Benutzung abgestufte Besteuerung der Zweitwohnungen.
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