Schizophrener Jagdtourismus

Autor: Wehrli Sara
Ort: Oberdorf BL
Datum/Zeit: 06.08.2012 15:07

Unsere Jäger verstehen sich als „Heger“ der Tierwelt. Was hat dieses Selbstverständnis mit der Teilnahme an Jagden im Ausland zu tun? Beat Angerer vom Patentjägerverband GR verteidigt Jagdreisen als sinnvollen Erfahrungsaustausch zwischen Jägern und dass damit „der einheimische Frevel“ unterbunden werde. Purer Zynismus! So führen viele Jagdreisen in Länder, wo es wegen der kolonialen Vergangenheit keine nachhaltige einheimische Jagd mehr gibt und sich die westlichen Jagdtouristen als neo¬imperialistische Grosswildjäger aufführen – in Ländern, deren Wildbestände vom „weissen Mann“ an den Rand der Ausrottung gebracht wurden! Dieser schliesst die Bevölkerung nun von der (nachhaltigen) Landnutzung in den Reserves aus, die für das Schiessvergnügen der betuchten Klientel reserviert sind. Bedrohte Tiere werden in Nationalparks geschützt und zugleich in den Reserves gejagt – welche Schizophrenie! Es ist zudem fraglich, ob die Trophäenjagd zum Artenschutz beiträgt und nicht viel mehr ein Schlupfloch für den illegalen Handel z.B. mit Nashörnern bietet! Wer zum Artenschutz beitragen möchte, der kann statt der Büchse auch den Fotoapparat zücken! Und wer ein verantwortungsvoller Jäger ist, der verzichtet auf Pauschalreisen „Töten inklusive“. PS: Der WWF, der sich für die Grosswildjäger stark macht, ist keine Tier- sondern eine Naturschutzorganisation. Kein Wunder, hat er ein Dilemma mit den Trophäenjägern in seinen eigenen Reihen!

Fachstelle Wildtiere, Schweizer Tierschutz STS

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Sandra Planta

11.08.2012 10:18 Uhr

Information an Frau Wehrli

Ich habe Ihren Leserbrief im Bündner Tagblatt vom 11.08.2012 gelesen und war bereits über die Wahl des Titels sehr empört.
Zwar finde ich es sehr lobenswert, wenn man sich für die Tierarten in aller Welt einsetzt und auch ich bin der Meinung, dass der Jagdtourismus keine lobenswerte Angelegenheit ist.
Vielmehr als der Jagdtourismus stört mich jedoch ihre Aussage über Schizophrenie. Haben Sie überhaupt eine Ahnung was Schizophrenie ist?
Vermutlich nicht, denn sonst würden Sie dies hoffentlich nicht so deplatziert in einem Leserbrief verwenden. Für viele Menschen mit Schizophrenie ist Ihr Leserbrief nämlich nicht nur diskriminierend sondern auch äusserst schädlich. Vielleicht ist es Ihnen entgangen aber wir haben hier in unserem Land genügend andere Probleme und müssen uns nicht als Erstes um die Tiere in andern Ländern kümmern. Mit Ihrem Leserbrief schaden Sie all denen, die trotz ihrer Beeinträchtigung eine Ausbildung oder eine Umschulung absolvieren und anschliessend in der Arbeitswelt Fuss fassen wollen oder besser gesagt müssen, da sie oft keinen Anspruch auf eine Invalidenrente haben. Und genau mit solch einer deplatzierten Verwendung eines Wortes werden bei all denen, die wie Sie keine Ahnung haben was Schizophrenie ist, die Alarmglocken läuten wenn sich eine Person bei ihnen bewirbt die an dieser Krankheit leidet. Das Wissen über diese Krankheit ist sowieso schon sehr gering und meist falsch und wird mit ihrer Hilfe noch verstärkt.
Ich hoffe schwer, dass Sie sich zukünftig die Wortwahl etwas besser überlegen wenn Sie solche Texte verfassen. Im Übrigen hat Schizophrenie nichts mit gespaltener Persönlichkeit gemeinsam, dass wäre dann nämlich eine multiple Persönlichkeitsstörung.

Car Sonnthal

07.08.2012 13:50 Uhr

Der WWF ist keine

Der WWF ist keine Tierschutzorganisation. Zitat WWF: Tierschutz ist ein wichtiges Anliegen, aber nicht unser Themengebiet. Es ist ein Jammer, das man von der Südostschweiz immer den gleichen miserablen recherchierten Unsinn über die Jagd zu lesen bekommt. Es ist kein Geheimnis, dass der WWF Spendengelder für Tiger, Elefanten und Co. sammelt und sie gleichzeit in seinen Nationalpärken zum Abschuss freigibt. Die lokale Bevölkerung wird an den erheblichen Profiten der Jagdreiseanbieter minimal beteiligt. Manchmal sind es nur 20 Cent pro Jahr. Einnahmen aus der Trophäenjagd machen in afrikanischen Ländern 0,006 Prozent des Staatshaushaltes aus. Anständige Tier und Naturschutzorganisationen haben sinnvollere Programme aktiviert um den gesetzlosen Jägern paroli zu bieten und die Arten zu schützen. Trophäenjagd ist eines jeden Menschen unwürdig und schäbig. Tiere für Trophäen zu töten ist teilweise kriminell, aber immer falsch.

Max Oberli

07.08.2012 07:00 Uhr

Unsere Jagdgötter haben noch immer nicht begriffen.

Jagdreisen sind genauso abartig wie die Sexbomber nach Thailand.
"...dass damit „der einheimische Frevel“ unterbunden werde", diese Aussage Angerers bedarf der Beweisführung.

Arno Mohler

06.08.2012 21:13 Uhr

Da drücken halt die ungezähmten Rest-Gene

aus der Steinzeit durch, gezügelt zum Glück durch stringente Jagd-Vorschriften, ausgeübt mit fast religiöser Inbrunst.
Wobei: Für den Menschen der Steinzeit war es eine Frage des Ueberlebens.

Mirco Silvani

06.08.2012 18:41 Uhr

Jagd

Es ist leider so, dass jemand, der in Graubünden sich in irgendwelcher Weise gegen die Jagd äussert, damit rechnen muss, beim nächsten Waldspaziergang erschossen zu werden. Ich weiss von einem Jagdbegleitern, die mir erzählten, wie er in der Herrschaft erleben musste, wie ein "gestandner" Jäger in einem wahren Blutrausch sein erlegtes Wild auseinander riss. Derselbe, der nachher von Ehre faselte.

Aber noch schlimmer finde ich, wie sich die Südostschweiz jedes Jahr bei diesen Schlächtern anbiedert mit Berichten, als ob die Bündner Jagd ein Heiligtum wäre:
noli me tangere...

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