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| Autor: | sonos Schweiz. Fachhilfeverband Hörbehindertenwesen Léonie Kaiser, Geschäftsführerin |
| Ort: | Zürich |
| Datum/Zeit: | 19.08.2012 07:24 |
Auch für Menschen mit Behinderung bedeutet Arbeit Lebensqualität und gesellschaftliche Wertschätzung. Ob behinderte Menschen eine normale Arbeit finden und auch beibehalten können, wird zunehmend wichtig. Nicht aus humanen, sondern aus politischen Gründen. Wenn Sozialleistungen gekürzt oder gestrichen werden, dann muss all diesen Menschen ein Leben ohne Unterstützung möglich sein. Man kann nicht Sozialleistungen, etwa für IV-Bezüger kürzen, ohne zugleich zu zeigen, dass man gewillt ist, diese Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
Auf dem Arbeitsmarkt zählt nicht unbedingt die Leistungsfähigkeit, sondern das Vorurteil. Behinderung wird recht häufig gleichgesetzt mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Deshalb ist es so wichtig, dass Sozialorganisationen Menschen mit Behinderung begleiten können auf diesem Weg, der viel Erfolg verspricht-auch nach der Berufsausbildung. Unter hörbehinderten Menschen ist die Arbeitslosigkeit nach der Berufsausbildung gleichwohl noch dreimal höher als sonst. Hörbehindertenberatungsstellen unterstützen Gehörlose und Schwerhörige deshalb, um mit schwierigen Situationen-insbesondere hinsichtlich Kommunikation- gut umzugehen. Diese seit Jahren bewährten Dienstleistungen u.a. im Bereich Jobcoaching sollten von der IV deshalb unbedingt weiterhin finanziert werden. Die Wertschöpfung muss gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erhalten und die öffentliche Hand von andernfalls sich einstellenden hohen Folgekosten entlastet werden.
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