| Autor: | Tscharner Samuel |
| Ort: | Chur |
| Datum/Zeit: | 18.02.2012 15:29 |
Anscheinend waren einige Besucher der Faust-Inszenierung, welche im Churer Stadttheater präsentiert wurde, höchst brüskiert. Ich, als sehr kulturbegeisterter Jugendlicher, kann der Verfasserin des Leserbriefes der SO-Ausgabe vom 18.02.12, die darin ihre Enttäuschung kundtat, versichern, dass ich durch diese Aufführung nicht "theatergeschädigt" worden bin. Tatsächlich waren auch die Reaktionen meiner Mitschüler durchwegs positiv.
Natürlich, wer sich auf einen "Faust" im klassischen Sinne freute, der wurde regelrecht aus dem Saal vertrieben, jedoch wurde schon frühzeitig kommuniziert, dass es sich um eine moderne Interpretation handelt.
Mich persönlich sprachen die gesellschaftskritischen Komponenten sehr an, die sehr subtil mit der ursprünglichen Tragödie vereint wurden. Wie auch das originale Werk Goethes war die Inszenierung voller anspruchsvoller Symbolik, welche vom Zuschauer verlangte, mitzudenken. Ich bin der Meinung, würde Goethe in unserer Zeit leben, dann wäre er erfreut über eine solch originelle Inszenierung.
Summa summarum war es sicherlich eine etwas provokante und schwierige Kost, die aber mit einer gewissen Offenheit einen unterhaltsamen, zum Denken anregenden Abend garantierte.
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