| Autor: | Fäh Marco |
| Ort: | Kaltbrunn |
| Datum/Zeit: | 15.02.2012 22:22 |
Bausparen, wer kann sich das leisten?
Wer heute Wohneigentum kauft lässt sich vielfach einen Teil der Pensionskasse und die Gebundene Vorsorge, die sogenannte Säule 3a auszahlen. So ist es auch für Leute mit tiefem Einkommen möglich Wohneigentum zu erwerben. Das ist eigentlich der Sinn der Wohneigentumsförderung. Nun will die sogenannte Bausparinitiative zusätzlich noch die Möglichkeit schaffen bis zu Fr. 15‘000 pro Person jährlich auf ein Bausparkonto einzuzahlen. Dieser Betrag könnte dann von den Steuern abgezogen werden. Ich bin der Meinung, dass damit nicht der Erwerb von Wohneigentum gefördert sondern einfach ein neues Steuerschlupfloch geschaffen wird. Schon heute können pro Person jährlich Fr. 6682 pro Person auf ein Säule 3a Konto einbezahlt und bei einem Hauskauf verwendet werden. Profitieren vom neuen Abzug könnten also nur wenige Leute. Im Extremfall wäre für Verheiratete ein Abzug von Fr. 43‘364 pro Jahr möglich. Von der Initiative würden also Besserverdienende profitieren, die Steuerausfälle müssten dann aber von allen wieder kompensiert werden. Zudem entsteht ein grosser Kontrollaufwand und mehr Bürokratie und das Steuersystem wird noch komplizierter und nicht, wie immer wieder verlangt wird, einfacher. Deshalb bitte ich Sie am 11. März 2012 ein Nein zur Bausparinitiative in die Urne zu legen.
Marco Fäh, Kantonsratskandidat UGS Linth, Präsident UGS Linth, Steuersekretär
04.03.2012 14:29 Uhr
Eigentumsförderung lässt Preise steigen
Wer sich heute kein Wohneigentum leiten kann wird dies, mit oder ohne Bausparen auch morgen nicht können. Den die Preise für Wohneigentum sind nicht gottgegeben. Sie entsprechen auch in keiner Weise den Erstellungskosten. Vielmehr richten sie sich nach Angebot und Nachfrage. Mit dem Bausparen steigt die Bereitschaft mehr Geld für Wohneigentum auszugeben. Vorauseilend steigen dann schon mal die Preise. FDP, SVP und CVP sind nicht glaubwürdig, wenn sie, entgegen ihr eigenes Credo, mit dieser Initiative in den Markt eingreifen und damit die Preisspirale nach oben anheizen. Die gesparten Steuern werden bei Annahme der Initiative in den sowieso schon überhitzten Wohnungsmarkt fliessen. Ein Nullsummenspiel also? Nein, den die gesparten (Steuer)-Gelder fehlen dann anderswo. Zum Beispiel bei der Bildung, beim Unterhalt der Infrastruktur usw. Der brave Steuerzahler wird dann wiederum mehr zur Kasse gebeten, ohne dass er dafür etwas mer erhält. Wer wirklich Wohneigentum breiter streuen will muss dafür eintreten, dass der Eigenmietwert abgeschafft und gleichzeitig die Abzügen für Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten gestrichen werden. Dies fördert die Kostenwahrheit und dämpft die Lust mehr für das Wohneigentum zu bezahlen als man sich eigentlich leisten kann.