Claudio Candinas – Churer, Mitzwanziger, Pendler, Schuhsammler und nicht zuletzt Blogger. Hier berichtet das Mitglied der Bündner Rap-Grösse Breitbild exklusiv und wöchentlich über Unerhörtes aus dem Alltag.

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Von Regen und Veloinvasionen

Was für ein Wochenende, liebe Leserinnen und Leser. Wie vielen von Ihnen wohl bekannt sein mag, fand letztes Wochenende das Open Air Val Lumnezia in Degen statt. Für mich als Bündner Oberländer und Musikfan gehört der jährliche Besuch im Tal des Lichts fast schon zum Pflichtprogramm.

Doch leider konnte das an sich wunderschöne Gebiet seinem Namen dieses Jahr zumindest meteorologisch nicht gerecht werden. Winterliche Temperaturen, zeitweise starker Regen und Nebel verwandelten die Wiese innert wenigen Stunden in eine grosse Schlammgrube.

Sind wir mal ehrlich, jeder zweite Besucher eines ähnlichen Events im Unterland hätte innert kürzester Zeit seine Sachen gepackt und wäre wieder nach Hause gereist. Doch nicht so die Festivalbesucher in Degen. Stolz trotzte man Petrus' Wahnsinn, nutzte die Gunst der Stunde und gönnte sich eine Schlammpackung der etwas spezielleren Art, tanzte mit dem Regen um die Wette und gönnte sich den einen oder anderen zusätzlichen Café Lutz. Ja, wir Oberländer lassen uns doch nicht von so einer kleinen Laune der Natur unser Festival versauen. Nicht mit uns!

Und die ausgelassene Stimmung schien sich auch auf die Bands zu übertragen, wirkte sogar der sonst eher lethargisch anmutende Wu Tang Clan auf seine eigene Art beflügelt – oder war der Grund für das Hoch der New Yorker vielleicht doch eher die getrocknete Form einheimischer Pflanzenprodukte? Seis drum, das Festival war musikalisch sowie stimmungsmässig ein Erfolg. Damit aber nicht genug: Einer guten Bekannten von mir widerfuhr auch noch Unglaubliches. Im strömenden Regen hatte sie ihr Smartphone verloren; tags darauf fiel es ihr praktisch unbeschadet wieder in die Hände. Die berühmte Na(t)del im Heuhaufen sozusagen.

Angespornt von so viel Glück, stieg ich kurzerhand ins Flugzeug nach Amsterdam, um mich dort auf die Suche nach meiner eigenen persönlichen Nadel zu machen: meinem gestohlenen Fahrrad. Klingt nach der wohl besten Argumentation für einen Kurztrip, nicht wahr? Doch ehrlich, wieso sollte ich mein Glück auf zwei Rädern nicht dort finden? Wir wissen schliesslich alle um die Import/Export-Geschäfte von Graubünden nach Holland …

        

           Mein geklautes Fahrrad

So machte ich mich in dieser wunderschönen Stadt auf die Suche nach meinem Fahrrad. Gefunden habe ich vor allem Prostituierte, welche mir lediglich gegen Geld Auskunft über mögliche Standorte meines Fahrrades gegeben haben, Türsteher, die mir Kokain und Pillen verkaufen wollten, sowie Unmengen an anderen Velos … Aber leider nicht meines. Doch davon lasse ich mich nicht entmutigen. In gewohnter sturer Manier werde ich meine Suche fortsetzen. Egal in welche Städte ich noch reisen muss. Und Sie, werte Leserinnen und Leser, werden dann vielleicht mit dem einen oder anderen Erfahrungsbericht beschenkt. Ich werde jetzt einen Coffee Shop besuchen – um einen Kaffee zu trinken, natürlich!

  • Datum: 24.07.2012, 00:00 UHR
  • Webcode: 2498269
 

 

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Gion Stiffler

24.07.2012 16:14 Uhr

Hallo Claudio...

... Wirst ja wohl wirklich nur zum Kaffetrinken in den Shop gehen, für Touristen ist da kein Kraut mehr zu hohlen :o) Aber mal Spass bei Seite, zeigt das Bild wirklich dein Rad und warum kommt wenn ich auf dein Block will immer das doofe WordPress Loginfenster?
Schöne Ferien oder was auch immer:

 

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