Die zwei jungen Bündner Alpinisten Gian Sebregondi und David Hefti gehören dem Expeditionsteam des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) an und sind regelmässig in Fels, Eis und Schnee anzutreffen. Das SAC-Projekt wird im Sommer 2012 mit einer Expedition ins Hochland von Peru abgeschlossen. Gian und David bloggen an dieser Stelle von ihren Erlebnissen während ihren Vorbereitungen auf die Expedition.

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Vollgas

Das Wetter ist perfekt, klar, dass mich das nicht lange zu Hause aufhält. Schnell ist auch ein Ziel gefunden, denn für uns steht fest: Das Programm lautet Bergsteigen. Dank eines Tipps erfahren wir von guten Verhältnissen am Mönch. Ein Eiscouloir zieht sich durch den rechten Teil seiner Nordwand. 

Diese Linie wollen wir klettern, wartet sie doch mit langer Eiskletterei auf uns, die das Herz jedes Eiskletterers höher schlagen lässt.

Die Anreise ins Berner Oberland lassen wir zügig hinter uns. In Landquart treffe ich Mathias, im eisigen Schattenloch in Grindelwald ziehen wir unsere Schuhe an, lassen neugierige Japaner an unseren Eisgeräten rumfummeln, geniessen die tolle Aussicht auf die Eigernordwand aus der Jungfraubahn und lassen uns nach eineinhalbstündigem Marsch schon in der gemütlichen Guggihütte nieder. Ebenso flüssig läuft es am nächsten Tag. Im Stirnlampenlicht bezwingen wir die ersten Seillängen durch kombiniertes Fels-/Eisgelände, durchs Eiscouloir gehts im Tageslicht dann stetig aufwärts, die Eispickel beissen gut und die Kletterei macht Spass. Als unsere Wadenmuskulatur schon ziemlich ermüdet ist, sind wir nicht unglücklich darüber, dass wir den letzten Firnhang auf den Gipfelgrat über eine gute Spur zurücklegen können. Die atemberaubende Aussicht auf dem Gipfel lässt mich schwärmen – wie schön ist doch Bergsteigen!

Auf der Heimfahrt wird schon weiter geplant. Das Wetter bleibt doch stabil, nächstes Wochenende ist doch wieder so tolles Wetter? Eine Wand sticht uns beim Durchblättern des SAC-Führers ins Auge: Lauterbrunnen-Breithorn-Nordwand. 1500 Höhenmeter werden vom Ausgangspunkt bis auf den Gipfel überwunden. Eine lange Tour in anspruchsvollem Gelände, der Abstieg scheint uns fast noch länger – doch möglich ist es! Schnell muss man sein um diese Jahreszeit, damit man nicht von der Dunkelheit eingeholt wird. Aber wir sind in Form und motiviert.

Erneut folgt eine Autofahrt ins Berner Oberland, der Hüttenaufstieg ist dieses Mal ein bisschen länger. Wir sind fast allein im ganzen Tal, in einer wilden Umgebung. Den Nachmittag verbringen wir mit dem Sammeln von Alpenrosen, da der Holzvorrat im kleinen Hüttchen schon aufgebraucht ist. Im Hüttenbuch lese ich die Namen zweier Freunde, die vor wenigen Tagen dieselbe Tour gemacht haben. Schnell ein Telefon, um einige aktuelle Informationen über Auf- und Abstieg einzuholen. Die Bemerkung, dass es kein Holz mehr in der Hütte hat, kann ich lachend bestätigen – haben wir das doch auch schon bemerkt. Morgens um 3 Uhr brechen wir schliesslich auf, ein wenig geräuchert, da das Kamin seinen Dienst nicht zufriedenstellend leistete. In den ersten Morgenstunden zehrt die Dunkelheit an meinen Nerven, es ist nicht leicht, sich im Dunkeln in diesem Gelände zu bewegen. Im oberen Wandteil habe ich jedoch schnell wieder ein Lächeln auf meinem Gesicht. In diesem Gelände fühle ich mich wohl. Schnee, Eis, Firn, Fels – kombinierte Kletterei vom Feinsten. Früher als geplant stehen wir auf dem abgelegenen Gipfel und schliesslich ganz erstaunt, sogar noch deutlich vor Einbruch der Dunkelheit, wieder unten beim Auto.

Das waren zwei tolle Touren! Der Winter kann nun kommen …

  • Date: 30.11.2011, 18:56 hours
  • Webcode: 1308599
 

 

Gastbeitrag
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Derpian orschlurch

13.12.2011 15:19 Uhr

Tolle Chlederblog!

Finde ich wirklich Hip wie du diesen Blog führst. Würde auch gerne chlederen aber ist mir altersbedingt nicht mehr möglich! immer witer so iahr sibesiacha!

 

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