Seit 1999 berichtet «Südostschweiz»-Korrespondent Thomas J. Spang für deutschsprachige Tageszeitungen über das politische Geschehen in Washington. Dieses Jahr begleitet der USA-Kenner die vierten amerikanischen Präsidentschaftswahlen vor Ort – und dies erstmals auch online mit dem Wahlkampf-Blog «Spang's Spin» auf «suedostschweiz.ch».

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Tropf … Tropf … Tropf …

George Will steht nicht in Verdacht, Präsident Obama helfen zu wollen. Der konservative Kolumnist hat aber die Reputation, Klartext zu reden.

Deshalb hören die Leute zu, wenn er Kritisches im eigenen Lager anzumerken hat. “Die Kosten, seine Steuererklärungen nicht zu veröffentlichen sind klar”, analysiert der streng gescheitelte Meinungsmacher auf dem Fernsehsender ABC. “Deshalb muss er kalkuliert haben, dass die Kosten höher sind, wenn er sie veröffentlicht.”

Dieser Logik bleibt nichts hinzuzufügen. Ausser vielleicht ein paar Spekulationen, die nicht nur von Team Obama genährt werden. Könnte es sein, dass der auf 250 Millionen Dollar Vermögen geschätzte Romney 2009 zum Beispiel nicht einen Cent an die Steuerbehörde abgeführt hat?

Das Wirtschaftsmagazin “Business Week” erklärt wie. Demnach verloren nach dem Zusammenbruch der Aktenmärkte 2008 die Superreichen im Schnitt rund ein Viertel ihres Vermögens. ”Es ist möglich, dass er genügend große Verluste hinnehmen musste, die verbunden mit seinen verschiedenen Steuerparadies-Anlagen dazu geführt haben, dass er 2009 keine Bundessteuern bezahlt hat.”

Politisch wäre eine solche Offenlegung gewiss verheerend. Weshalb die Wahlkämpfer Obamas genau das suggerieren.

Romney scheint entschlossen zu sein, nicht nachzugeben. ”Mir fehlt einfach der Enthusiasmus denen mehrere Hundert oder Tausend Seiten zu geben, die sie durchstöbern können, um Verstellungen oder Lügen zu verbreiten”, reagierte der Präsidentschaftskandidat auf Druck aus dem eigenen Lager, mehr Steuerunterlagen zugänglich zu machen.

Das einflussreiche konservative Magazin “National Review” hatte ebenso wie Brit Hume auf FOX, Bill Kristol vom Weekly Standard sowie zahlreiche republikanische Politiker argumentiert, es mache wenig Sinn, sich über Wochen Angriffen und Verdächtigungen auszusetzen, um die Steuererklärungen später doch veröffentlichen zu müssen.

In einer interessanten Fussnote zu der Auseinandersetzung äusserte sich der unterlegene Präsidentschaftskandidat der Republikaner von 2008 John McCain. Dessen Team lagen damals Steuererklärungen der letzten 20 Jahre vor, um zu prüfen, ob Romney als “Running Mate” in Betracht komme.

Die Unterstellung, etwas mit Romneys Steuern sei nicht in Ordnung gewesen, sei absurd. “Sarah Palin war die bessere Kandidatin”, erklärte McCain seine Entscheidung gegen Romney.

Die “bessere Kandidatin” steht bei Team Romney so hoch im Kurs, dass sie bisher nicht einmal eine Einladung zum Parteitag in Tampa erhalten hat. Geschweige denn einen Platz auf der Rednerliste. “Sicherheitshalber” hält sich Palin die Parteitagswoche offen.

  • Datum: 18.07.2012, 06:50 UHR
  • Webcode: 2478555
 

 

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