Debre Zeyt, Äthiopien, 22. März 2012. Heute sind wir von den Bale Mountains durch das Rift Valley in Richtung der Hauptstadt Addis Ababa gefahren, vorbei an Seen mit bewässerten Kulturen, an trockenen Savannengebieten und immer wieder durch grössere und kleinere Strassensiedlungen mit ihrem bunten Treiben.
Was uns neben den einmaligen Landschaften am meisten beeindruckt hat, sind die vielen Menschen. Als meine Frau Sibylla und ich vor 40 Jahren in Äthiopien arbeiteten, wurde die Gesamtzahl der Bevölkerung mit 25 Millionen angegeben, heute sind es bestimmt über 80 Millionen. Uns beschäftigt die bange Frage: Reichen Nahrung, Wasser und Raum für alle?
Um es in aller Deutlichkeit richtig zu stellen: Nicht alle Äthiopier hungern! Die Dürrekatastophen betreffen in der Regel nicht das äthiopische Hochland, das für eine landwirtschaftliche Produktion hinsichtlich Bodenqualität und Niederschlag gut geeignet ist, sondern die Trockengebiete gegen Somalia und Eritrea. Man muss sich trotzdem fragen, ob die Ressourcen für alle reichen.
Es gibt viele wirksame landwirtschaftliche Projekte. Die Nahrungsmittelproduktion kann bestimmt noch gesteigert werden. Aber hält sie Schritt mit der stark wachsenden Bevölkerung? Die Beschränkung der Kinderzahl ist in den traditionsorientierten Gebieten kein Thema. Immer knapper dürften auch das Wasser und der Lebensraum werden. In die verbleibenden naturnahen Gebiete, die zum Teil als Nationalparke ausgeschieden wurden, dringen überall Bauern mit ihren Herden ein.
In den Städten schiessen moderne Bauten in die Höhe, deren Bewohner auch immer mehr Ressourcen brauchen. Im Rift Valley wurden riesige Anlagen für die Blumenzucht gebaut, die viel Wasser benötigen und aktuellen ökologischen Anforderungen kaum genügen.
Äthiopien erhält viel finanzielle Hilfe von aussen, dazu auch Beratung. Mir scheint, dass von den Beratern und Investoren dem Gedanken der Nachhaltigkeit zu wenig Beachtung geschenkt wird. Sehr aktiv sind in Äthiopien die Chinesen, die unter anderem mit einer erstaunlichen Effizienz Strassen von hoher Qualität bauen. Sie kommen mit den grossen Dimensionen des Landes gut zu Recht und arbeiten auch an vorderster Front mit. Die europäischen und amerikanischen Berater und Hilfsorganisationen bemühen sich um eine gute Leistung, sind aber oft zu sehr mit dem Verfassen dicker Berichte beschäftigt.
Ob Chinesen, Europäer oder Amerikaner: alle vermitteln ein Gedankengut von Kulturen, die selber mit der Nachhaltigkeit nur schlecht umgehen können. Sie glauben an ein unendliches Wachstum. Das ist leider eine Philosophie, die auf die Dauer auf keinem der Kontinente funktionieren wird. Es muss nicht nur in Äthiopien gelingen, nachhaltig zu wirtschaften und das Wachstum und die Bedürfnisse der Bevölkerung den natürlichen Ressourcen anzupassen.
11.04.2013 00:00 UHR | 0 KOMMENTARE | 1,132 Leser
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05.08.2011 19:25 UHR | 0 KOMMENTARE | 4,646 Leser
02.08.2012 16:38 Uhr
Ergänzung zum gestellten Anliegen: Schneckensex
Nun, zu meinem Anliegen an Sie: wie ist die Fortpflanzung der Schnecken?
Ist es geschlechtliche oder nicht geschlechtliche Fortpflanzung das heisst gibt es männliche und weibliche Eltern oder ist es wie bei dem Augentierchen, der Blaualge?
Ich habe mal an einem schweizerischen Lehrerkurs in Biel ein Terrarium, Schneckenterrarium gebaut.
Ich glaube, die Schnecken sind an der Weggabelung, wo geschlechtliche und nicht geschlechtliche Liebe noch möglich ist. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist üblich, aber zur Not ist auch die nicht geschlechtliche Fortpflanzung bei Schnecken möglich.
Wenn Sie mir helfen könnten, wäre es sehr nett, Herr Dr. Mueller.
Freundliche Grüsse, GLB
N.B.: Bitte Antwort über Mailadresse schicken, an: giusep [dot] bundi [at] gmail [dot] com oder "Wüstentelefon"
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Sehr geehrter Herr Professor Dr. Müller
herzlichen Dank für Ihre Postsendung, Ihre umfassende Sachkenntnis, Zuverlässigkeit und Generösität. Ich binIhnen dankbar und lade Siebei Gelegenheit zum Essen ein. LieberGruss GLB
11.07.2012 13:44 Uhr
Reichen Wasser, Nahrung und Raum für alle? – Gedanken auf einer
Vielen Dank Herr Dr. Juerg Paul Müller für Ihre nette Reaktion auf meinen obigen Beitrag, obigens Anliegen. Wie sagte schon Busch: "Es liegt so viel verborgen,was wir immer noch nicht wissen.(Zitat meines Seminarlehrers Dr. Herr Professor Dr. Herbert Strohbach am Anfang seiner Dissertation über die geologische Erforschung der Tambodecke) Übrigens (ein Letztes,)was haben Sie in Ihrer Forschertätigkeit in Afrika über Mäuse/Füchse herausgefunden, das Ihre Entdeckung war?
Freundliche Grüsse
Glb
07.07.2012 06:46 Uhr
Reichen Wasser, Nahrung und Raum für alle? – Gedanken auf einer
Reichen Wasser, Nahrung und Raum für alle? – Gedanken auf einer Äthiopienreise
Sehr geehrter Herr Dr. Juerg Paul Mueller,
vor ca. 39 Jahren habe ich Sie kennen gelernt;
als Sie Ihren Vater,
Paläontologe, im Naturmuseum Chur, ablösten;
Sie schwärmten von Mäusen und Füchsen und ich vom Medelserschaf , Torf- oder Tavetscherschaf.
Die Arbeit am Thema beschäftigt mich weiter.
Das soll die Natur sein, nämlich unser uns liebender Lehrmeister bleiben.
Nun, zu meinem Anliegen an Sie: wie ist die Fortpflanzung der Schnecken?
Ist es geschlechtliche oder nicht geschlechtliche Fortpflanzung das heisst gibt es männliche und weibliche Eltern oder ist es wie bei dem Augentierchen, der Blaualge?
Ich habe mal an einem schweizerischen Lehrerkurs in Biel ein Terrarium, Schneckenterrarium gebaut.
Ich glaube, die Schnecken sind an der Weggabelung, wo geschlechtliche und nicht geschlechtliche Liebe noch möglich ist. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist üblich, aber zur Not ist auch die nicht geschlechtliche Fortpflanzung bei Schnecken möglich.
Wenn Sie mir helfen könnten, wäre es sehr nett, Herr Dr. Mueller.
Freundliche Grüsse, GLB
N.B.: Bitte Antwort über Mailadresse schicken, an: giusep [dot] bundi [at] gmail [dot] com oder "Wüstentelefon"