Nur ganz wenige Glückliche können die Präsidentschaftsdebatte im Ritchie Center an der Universität von Denver live miterleben. Die Presse kommt nicht in die Halle herein.
Die Reporter sitzen wie auf der Hühnerstange in einem angrenzenden Gymnasium oder verfolgen die Debatte auf Monitoren. Die Fernsehkollegen warten auf einer Tribüne auf ihre Aufsager.
Die Anhänger der Matadoren stehen sich draussen vor dem weiträumig abgeriegelten Teil des Universitätsgeländes wie Fussball-Fans gegenüber, skandieren und halten ihre Transparente hoch.
Dazwischen viel Polizei auf dem Pferd oder zu Fuss.
In einem anderen Teil des Campus lädt die Uni ihre Studenten zu einem «Debate-Fest» ein. Auf Heuballen verfolgen die Kids die Debatte auf einer übergroßen Leinwand. «Das Beste ist, dass wir heute keine Kurse haben» sagt Maggie, die es sich mit ihren Freundinnen auf dem Rasen gemütlich gemacht hat.
Für das leibliche Wohl sorgen Hamburger-Brater und Imbisswagen mit Essen aus aller Welt. Von Abtreibungsgegnern bis hin zu Mariuhana-Befürworter werben Gruppen für jedes Anliegen unter dem strahlendblauen Himmel von Colorado. Politzirkus pur.
Besonders beliebt sind die Obama- und Romney-Pappfiguren, vor denen Fans sich ablichten lassen.
Ein besonderer Service für die Press ist das freie Buffett der Anheusser-Busch-Brauerei. Stärkung für eine lange Nacht, die nach der Debatte auf die «Spin-Alley» führen wird, wo die Spinmeister noch einmal erklären, was die Leute eben im Fernsehen mit eigenen Augen gesehen haben.
Zwei Gewinner der Debatte stehen schon jetzt fest: Die private Universität von Denver, die für eine Investition von 1,7 Millionen US-Dollar nun weltweit in aller Munde ist. Eine prima Werbung für die Hochschule. Und die Stadt Denver, die mehr als 15 Millionen Dollar von dem Besucherstrom einnimmt.
Bürgermeister Michael Hancock – ein glühender Obama-Unterstützer – sagte dem Spinmeister, die Stadt sei nicht nur der Ort gewesen, an dem Obama vor vier Jahren nominiert worden war. «Denver symbolisiert die Fortschritte, die seitdem erzählt wurden. Wir sind noch nicht ganz da, wo wir hin wollen, bewegen uns aber in die richtige Richtung.»
Tatsächlich wird überall in der Stadt am Fusse der Rocky Mountains gebaut. 29 000 neue Arbeitsplätze und die Ansiedlung zwei Fortune 500 Unternehmen sprechen für den Erfolg der Metropole.
09.11.2012 05:41 UHR | 1 KOMMENTARE | 5,460 Leser
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