Sonntagmorgen, 7 Uhr. Ein wunderschöner Sommertag kündigt sich an. Ich krieche aus meinem Schlafsack zwischen den Tischen auf der Kleinen Scheidegg im Berner Oberland hinaus. Schaue hinüber auf die Eigernordwand. Ich bin müde, aber zufrieden.
Gestern um diese Zeit waren wir noch mitten in der Heckmair-Route. Bei Kaffee und Gipfeli geniessen wir die einzigartige Kulisse des Dreigestirns Eiger, Mönch und Jungfrau, bevor Marcel und ich uns mit der ersten Bahn auf den Weg Richtung Tal machen.
In Bern haben wir einen anstrengenden Tag vor uns. Insgesamt 160 Kilo Gruppenmaterial wird heute vom Team verpackt. Seile, Zelte, Karabiner, Haken, Schlingen, gefriergetrocknete Mahlzeiten, Solarpanels und Kocher. Ich bin froh, dass wir in Sébastien einen zuverlässigen Materialchef haben, welcher in diesem Material-Dschungel den Überblick nicht verliert. 
Wir besprechen auch noch andere wichtige Dinge vor unserem Abflug nach Peru in rund drei Wochen. Es wird definiert, wie viel Kilogramm persönliches Material mitgenommen werden darf. Die persönliche Ausrüstung setzt sich zusammen aus Bekleidung, Bergschuhen, Kletterfinken, Daunenschlafsäcken, Schaumstoffmatten, Eispickel, Steigeisen, Eisschrauben, Friends und weiteren Ausrüstungsgegenständen. 30 Kilogramm darf das alles zusammen höchstens wiegen.
Die Kommunikation mit den Medien wird besprochen. Natürlich sollen diese mit gutem Material gefüttert werden. Dabei kommt auch die Foto- und Filmausrüstung zur Sprache. Es ist wichtig für uns, dass wir nicht nur kleine Kompaktkameras mitführen, sondern auch hochwertige Spiegelreflexkameras im Einsatz sind. Natürlich sollen auch einige Bewegtbilder für einen kurzen Film der Expedition entstehen. Dafür kommen eine HDV-Kamera und zwei Helmkameras mit in die peruanische Gebirgskette Cordillera Blanca.
Die Expeditionspostkarte muss noch gedruckt werden. Dafür muss zuerst das passende Sujet gefunden werden. Drei Wochen werden knapp. Aber auch das werden wir noch vor dem Abflug hinkriegen. Gemeinsam sehen wir uns das Sicherheitskonzept der Expedition an. Niemand hat etwas einzuwenden. Wir gehen auch nochmals zusammen die gesamte Materialliste durch. Haben wir an alles gedacht? Zum Abschluss werden alle Gepäckstücke nochmals gewogen, nummeriert und mit einer Inhaltsliste versehen, bevor wir sie auf dem Dachboden der SAC-Geschäftsstelle deponieren. Dann verabschieden wir uns wieder: «Bis am 16. Juli morgens um 6:50 Uhr am Flughafen …»

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