Seit 1999 berichtet «Südostschweiz»-Korrespondent Thomas J. Spang für deutschsprachige Tageszeitungen über das politische Geschehen in Washington. Dieses Jahr begleitet der USA-Kenner die vierten amerikanischen Präsidentschaftswahlen vor Ort – und dies erstmals auch online mit dem Wahlkampf-Blog «Spang's Spin» auf «suedostschweiz.ch».

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Newt drängt Mitt bei Niederlage in Michigan zur Aufgabe

Er ist doch nicht vom Erdboden verschwunden. Wenngleich der Absturz in den Umfragen genau dies vermuten liess.

Ober-Wutbürger Newt Gingrich meldet sich mit einem Interview auf FOX-News in den Wahlkampf zurück. Mit einem Vorschlag, der gleich für Schlagzeilen sorgt.

Falls es Mitt Romney nicht schaffe seinen Geburtsstaat Michigan zu gewinnen, werde es für diesen Zeit, seine Kandidatur um die Präsidentschafts-Nomnierung zurückzuziehen. “Ich sehe nicht, was er seinen Geldgeber am nächsten Morgen sagen will, warum er noch im Rennen bleiben soll”, spekuliert Gingrich auf FOX. “Für die Wahlen im November wäre das kein gutes Zeichen.”

Vielleicht kann Newt seinem Konkurrenten mit praktischen Ratschlägen aushelfen. Musste er doch selber ganze Überzeugungsarbeit bei seinem Geldgeber leisten, ihm nach der Schlappe von Florida sowie dem denkbar traurigen Abschneiden in Missouri, Minnesota und Colorado nicht den Stecker zu ziehen. Vermutlich hat Las-Vegas-Milliardär Sheldon Adelson, der Gingrich aushält, etwas ganz ähnliches gesagt.

“Wenn einer von uns dreien seinen Heimatstaat verliert, dann sollte man denken, dass dies eine ganz, ganz schlechte Kandidatur ist”, meinte Newt zu den Aussichten für die kommenden beiden Wahltage. “Ich denke es ist außerordentlich wichtig, den eigenen Heimatstaat zu gewinnen.”

Romney müsste nach dieser Logik Massachusetts holen, wo er Gouverneur war. Und Michigan, wo er zur Welt kam. Gewiss auch Utah, dem Heimatstaat seiner Mormonen-Kirche. Gingrich dagegen reichte ein Sieg in seiner Heimat Georgia, wo er noch komfortabel vorn liegt. Rick Santorum stünde erst am 24. April in Pennsylvania auf dem Prüfstand.

Statt andere zur Aufgabe zu drängen, wird es vielleicht bald Zeit für den Wutbürger, einzupacken. Genau das hatte kürzlich erst das konservative Wochenblatt “National Review” in einem viel beachteten Leitartikel gefordert. In den nationalen Umfragen rangiert Gingrich bei schlappen 13 Prozent. Und jenseits von Georgia und Tennessee scheint er ohne Chancen zu sein.

Warum er dennoch weitermacht? Aus Eitelkeit. Und in der zunehmend realistischen Erwartung eines “offenen Parteitags” ohne gesetzten Kandidaten. In diesem Fall träumt Newt davon, das Zünglein an der Waage sein zu können.

  • Datum: 20.02.2012, 02:56 UHR
  • Webcode: 1360381

 

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