Claudio Candinas – Churer, Mitzwanziger, Pendler, Schuhsammler und nicht zuletzt Blogger. Hier berichtet das Mitglied der Bündner Rap-Grösse Breitbild exklusiv und wöchentlich über Unerhörtes aus dem Alltag.

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Ganz im Sinne der Geschichte

Und da ist es auch schon wieder vorbei, das Bemalen, Suchen und Auffinden der Legeprodukte von hoffentlich in Freilandhaltung lebenden, glücklichen Hühnern.

Mit den Ostern ist das so eine Sache, finde ich. Was hat ein Hase nun genau mit farbigen Eiern zu tun? Und warum versteckt man die liebevoll gebastelten Osternester immer vor der/dem zu Beschenkenden? Weil man dies aufgrund der meist tiefen Temperaturen an Weihnachten nicht tun kann, obwohl es Spass machen würde, die gesamte Verwandtschaft abends im Schnee robbend nach Geschenken graben zu sehen? Vielleicht ja.

Ich für meinen Teil habe die höchste aller christlichen Festlichkeiten damit verbracht, meine neue Wohnung einzurichten. Mit freundlicher Unterstützung einiger der wichtigsten Menschen in meinem Leben ging der Umzug zwar in angenehmer Begleitung, doch nicht minder anstrengend vonstatten.

So fand ich mich während des Urbi et Orbi des Papstes möbelschraubend und innerlich fluchend im Wohnzimmer – eine Sünde in den Augen vieler Mitmenschen. Ich habe mich ehrlich gesagt selbst ein wenig schlecht gefühlt, diesen Feiertag zum Schrauben und Hämmern zu missbrauchen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich mich nicht sonderlich um religiöse Feiertage kümmere, doch verzichte ich, nicht zuletzt meinen Eltern zuliebe, am Karfreitag jeweils symbolisch auf den Verzehr von Fleisch. Dies geht bei mir jedoch kaum mit Einbusse an Lebensqualität einher, zumal ich eher selten Fleisch konsumiere und mich somit nur als halben Karnivoren bezeichnen würde.

Vielleicht ist es die Angst davor, am Tag X doch vor dem Allmächtigen zu stehen und merken zu müssen, dass ich Unrecht hatte und die Schreiberlinge der Bibel nichts als die Wahrheit erzählt haben – einfach in einer sehr gewöhnungsbedürftigen Sprache. Sollte es wirklich so weit kommen, würde ich wohl noch an der Türe abgewiesen. Nicht zuletzt aufgrund meines Verrats am diesjährigen Osterfest.

Der Heiland ist gen Himmel gefahren. Genauer gesagt: Er hat auf wundersame Weise einen tonnenschweren Stein aus dem Weg geräumt, um sich darauf klammheimlich aus seiner Aufbahrungsstätte zu stehlen. Ein Tausendsassa, dieser J. von Nazareth.

Nun ja, dass der Tod von Persönlichkeiten meist höher gepriesen wird als ihr Geburtstag lässt sich kaum von der Hand weisen. Denken wir mal an die Michael Jacksons, die Kurt Kobains, usw. Doch an diesen Herrn kommt nun einfach kein neuzeitlicher Popstar heran. Somit hoffe ich nun das Beste und schütze mich innerlich mit dem Gedanken daran, an Ostern den erlernten Beruf des Heilands ausgeübt zu haben und mich aufopfernd und inbrünstig als Zimmermann betätigt zu haben.

Ich denke, vor allem meine neuen Nachbarn goutierten diese weltliche Hommage an ein kirchliches Phänomen und liessen mich ungestört mein Handwerk erledigen. Daher möchte ich an dieser Stelle all den Betroffenen danken, und sie auf diesem Wege zum bald stattfindenden Abendmahl in meiner Residenz einladen, wo ich Brot teilen, Wein ausschenken und Gespräche über Gott und die Welt führen werde.

  • Date: 10.04.2012, 09:38 hours
  • Webcode: 1959109
 

 

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