In meinem Job eröffnen sich mir regelmässig völlig neue Horizonte. Ich wusste von Anfang an, dass die Branche, für welche ich mich entschieden habe, zwar durchaus etwas mehr Arbeitsleistung von mir verlangen würde, doch hätte ich nie gedacht, dass ich so viel über Menschen lerne wie in diesem Job – und ich habe mittlerweile bereits in vielen verschiedenen Branchen und Betrieben gearbeitet.
Fakt ist, dass es am Ende des Tages stets die Macher waren, welche mich am meisten beeindruckten.
Um hier gleich vorweg eines klarzustellen: Fachwissen ist die Basis für alles. Dies spielt natürlich nicht nur am Arbeitsplatz eine grosse Rolle. Was spricht schon gegen eine gute Allgemeinbildung? Und sind wir ehrlich: Frauen stehen drauf, wenn der Mann nicht gerade grenzdebil daherkommt. Funktioniert sogar um Mitternacht in der Bar, meine Herren. Aber bitte nicht klugscheissen, denn auch das kann kontraproduktiv wirken.
Aber nun zurück zum Thema: Abseits der Definitionen und Theorien aus Fachbüchern gibt es noch einen kleinen, nicht ganz unwichtigen Faktor im Leben eines jeden produktiven Menschen: die nackte Realität. Sie lässt einen zeitweise völlig fassungslos mitsamt den vorbildlich eingeprägten Schemata und Theorien am Berg stehen. Um in Situationen weiterzukommen, in denen – wie sagt man so schön – alles anders kommt, als man denkt, gilt es manchmal, den Rucksack voller Wissen abzuwerfen und sich auf seinen Instinkt zu verlassen. Sozusagen befreit von jeglichem Ballast den Berg hochzukraxeln und dort einmal tief durchzuatmen und die Aussicht zu geniessen. Aus der Vogelperspektive sieht einiges ganz anders aus, als wenn man sich mitten im Getümmel bewegt. Somit kann ein bewusst eingegangenes Risiko wirklich zu einer Offenbarung werden.
Solche Momente erlebte ich bisher nur dank wirklichen Machern. Leuten, die an ihre Vision glauben und stets wussten, zur rechten Zeit alles abzuwerfen, um kurzerhand zu handeln, anstatt sich in Gedanken voller Wenn und Aber zu verlieren. Solche Momente können einen Menschen mehr als nur einen Schritt weiterbringen. Und selbst wenn ein Rückschlag droht, kommt man doch meist gestärkt von solchen Abenteuern zurück. Genau diese Momente gönne ich jeder und jedem, denn sie sind wirklich bereichernd und reissen oftmals Hürden ein, die oft lediglich aufgrund veralteter Muster im Weg stehen.
Doch Menschen dieses Macherschlages gibt es leider nicht sehr viele. Lieber beruft man sich im Zweifelsfall auf irgendwelche veralteten Leitfäden, nur um nichts zu riskieren. Am Berg stehen, ist für viele wohl immer noch erholsamer und befriedigender, als frische Luft zu atmen. Natürlich kann von Menschen nicht blind verlangt werden, dass sie plötzlich zu Machern werden – und das ist auch gut so. Ich für meinen Teil geniesse es jedoch sehr und bin dankbar, wenn ich wieder mal auf Ausflügen ohne Sack und Pack mitgenommen werde. Eines darf man jedoch nie vergessen: nach dem Ausflug den Rucksack wieder einzusammeln und nach Hause zu nehmen …
30.10.2012 01:04 UHR | 1 KOMMENTARE | 1,773 Leser
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