Winter erreicht Höhepunkt mit minus 37 Grad

Die Schweiz hat eine weitere Eisnacht hinter sich. Auf der Schwyzer Glattalp fiel die Temperatur in der Nacht auf Sonntag auf eisige minus 37 Grad. Das ist die tiefste in diesem Winter gemessene Temperatur in der Schweiz. Und sie löst eine Kontroverse unter den Wetterdiensten aus.

Die Glattalp ist der bisher kälteste Ort in diesem Winter (Archiv).

Bild: Keystone

Schnee und Eis in Ulrichen (Archiv).

Bild: Keystone

Bern. – Auf der Glattalp auf 1800 Metern über Meer fiel das Thermometer in der Nacht auf Sonntag auf minus 37 Grad, wie der Wetterdienst Meteomedia von Jörg Kachelmann mitteilte. Die Station des privaten Wetterdienstes steht in einer windstillen Senke, weshalb die Temperaturen dort stets besonders tief fallen.

Die Station entspreche den Anforderungen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), sagte Jörg Kachelmann der Nachrichtenagentur sda. Der Temperaturfühler sei in 6 Metern Höhe installiert und liege damit - bei einer Schneedecke von rund 4 Metern - wie von der WMO gefordert 2 Meter über dem «Boden».

Wie beinahe zur Tradition geworden, lassen die Extremtemperaturen die Kontroverse zwischen den Wetterdiensten aufleben. MeteoNews will die Angabe ihrer Konkurrenz nicht anerkennen, weil sie die WMO-Konformität der Anlage bestreitet, wie sie auf Anfrage der sda festhält.

Sie vermeldet als Kälterekord des Winters den zweittiefsten Wert von 33,8 Grad, der in der Nacht auf Sonntag in Ulrichen im Walliser Obergoms auf 1345 Metern über Meer gemessen worden war.

SF Meteo wiederum, der Wetterdienst des Schweizer Fernsehens SF, und auch Meteomedia ziehen die Messung in Ulrichen in Zweifel. Dort liege so viel Schnee, dass die Temperatur nur noch wenige Zentimeter über der Schneedecke gemessen werde. Weil es direkt über dem Schnee deutlich kälter ist, als zwei Meter über dem Boden, fällt die Temperatur-Angabe tiefer aus, als sie sollte.

Bei MeteoSchweiz heisst es dazu auf Anfrage, man sei sich des Problems mit der Station in Ulrichen bewusst. In der eigenen Datenbank werde die Temperaturangabe deshalb nur «unter Vorbehalt» geführt.

Die sibirische Kälte setzte auch den Autofahrern und den Bahnen zu. Weil die Weichenheizungen ab einer Temperatur von minus 15 bis minus 20 Grad nicht mehr einwandfrei funktionieren, kam es trotz des Einsatzes von hunderten von Hilfskräften zu mehreren Weichenstörungen auf dem Bahnnetz.

Wegen schneebedeckter Strassen kam es vor allem am Samstag auch bei den Autoverladen Lötschberg, Furka und Vereina zu grösseren Wartezeiten. Zeitweise mussten Reisende in Kandersteg BE und bei Klosters GR bis zu eineinhalb Stunden mehr Zeit einplanen. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 05.02.2012, 14:54 Uhr
  • Webcode: 1351334

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