Waldbrände zerstören hunderte Häuser in Colorado

Feuerwalze ohne Ende: Drei Wochen nach Ausbruch der Waldbrände in Colorado hat US-Präsident Obama die Region zum Katastrophengebiet erklärt. Nahe der Stadt Colorado Springs kam mindestens ein Mensch ums Leben. Ein zweiter Bewohner wurde vermisst.

Schneise der Zerstörung in einem Quartier von Colorado Springs.

Bild: Keystone

Washington/San Francisco. – Die Flammen zerstörten Hunderte Häuser. Präsident Barack Obama wollte sich am Freitag im Katastrophengebiet selbst ein Bild machen. Luftaufnahmen machten das Ausmass der Schäden in der Stadt in den Ausläufern der Rocky Mountains sichtbar: Statt Häuserreihen waren nur noch Trümmer und Asche zu sehen.

Colorado Springs ist die zweitgrösste Stadt des Bundesstaates Colorado und hat über 400'000 Einwohner. Teile der Stadt wurden evakuiert, über 30'000 Menschen brachten sich in Sicherheit.

Viele Menschen konnten nur ihr nacktes Leben retten. «Wir schafften es, rauszukommen», sagte ein Familienvater der Zeitung «Denver Post». «Wir haben uns gerettet, unsere Tochter und unsere Katze. Was zählt sonst?»

Der Präsident wurde am späten Abend (MESZ) in der Region erwartet. Mit seinem Schritt, diese zum Katastrophengebiet zu erklären, solle garantiert werden, dass die Behörden und Hilfsorganisationen Bundesmittel bekommen, teilte die Regierung mit.

Beim Waldo-Canyon-Feuer - benannt nach dem Nationalpark, in dem es am Samstag ausgebrochen war - handelt es sich um den folgenschwersten Brand in der Geschichte des Bundesstaates Colorado, wie die «Denver Post» schrieb.

Insgesamt wurden fast 350 Häuser vernichtet. Weitere knapp 260 Häuser waren vor etwa zwei Wochen bei einem anderen Brand in der Gegend von Fort Collins zerstört worden. Dort starb eine Frau.

Von den Bränden ist eine Fläche von über 67 Quadratkilometern betroffen, die Feuerwehr konnte das Feuer bis Donnerstagabend nur zu 15 Prozent unter Kontrolle bringen. 20'000 Häuser sind weiter von den Flammen bedroht.

Im Westen der USA brennen insgesamt 40 Feuer - angefacht von hohen Temperaturen, anhaltender Trockenheit und starken Winden. Neben Colorado sind auch Utah, Montana, New Mexico und sogar Alaska betroffen.

Gemäss der US-Regierung sind rund 8400 Brandbekämpfer, 578 Löschfahrzeuge und 79 Löschhelikopter im Einsatz. Auch ein Flugzeug der US-Luftwaffe half mit. Allein das Waldo-Canyon-Feuer in Colorado bekämpfen demnach 1200 Feuerwehrleute. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 29.06.2012, 18:01 Uhr
  • Webcode: 2402708
 

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