Mehr als 60 Tote bei Aufstand in Gefängnis in Venezuela

Bei schweren gewaltsamen Zusammenstössen in einem Gefängnis im Nordwesten Venezuelas sind mindestens 61 Menschen getötet worden. Die meisten wurden erschossen. Rund 120 Personen erlitten laut Spitalangaben Verletzungen.

Grossaufgebot der Polizei für die Niederschlagung des Gefängnisaufstands.

Bild: Keystone

Barquisimeto. – Rund 200 Angehörige versuchten am Samstag verzweifelt, an Informationen über das Schicksal der Inhaftierten in dem Gefängnis Uribana in Barquisimeto im Bundesstaat Lara im Nordwesten des Landes zu kommen.

«Ich weiss nicht einmal, ob mein Sohn lebt oder tot ist», sagte Elvira Rodriguez. «Ich habe in allen Spitälern nach ihm gesucht.» Andere beklagten, dass niemand ihnen Auskunft über ihre Angehörigen gebe.

Die für die Haftanstalten des Landes verantwortliche Ministerin Iris Varela sagte, die schwere Meuterei sei ausgebrochen, nachdem sich Gefangene gegen die Durchsuchung der Zellen nach illegalen Waffen gewehrt hatten.

Ihren Worten zufolge entschlossen sich die Behörden zum Eingreifen, nachdem sie Hinweise erhalten hatten, dass Zusammenstösse zwischen rivalisierenden Banden drohten, die um die Vorherrschaft in der Haftanstalt kämpfen.

Auf im Fernsehen übertragenen Bildern war zu sehen, wie blutende Häftlinge aus dem Gefängnis getragen wurden. Einheiten der Nationalgarde umstellten das Gebäude.

Später verlautete aus Kreisen der Strafvollzugsbehörden, die Einheiten seien auf das Gelände vorgedrungen und hätten damit begonnen, sämtliche Insassen in andere Gefängnisse zu verlegen, um die Meuterei zu beenden.

Oppositionsführer Henrique Capriles sprach von einem «Massaker» und warf den Behörden «Unfähigkeit» und «Verantwortungslosigkeit» vor. Vize-Präsident Nicolás Maduro bezeichnete die Vorfälle als «tragisch» und erklärte, eine entsprechende Untersuchung sei eingeleitet worden.

In Venezuelas Gefängnissen kommt es immer wieder zu Gewalt und Aufständen. Die Haftanstalten des südamerikanischen Landes gelten als chronisch überfüllt. Nach Regierungsangaben sind dort rund 50'000 Menschen inhaftiert, obwohl sie eigentlich nur für 14'000 Insassen ausgelegt sind. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 27.01.2013, 04:34 Uhr
  • Webcode: 2772949
 
 

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