Verhaftungen nach Disco-Brand in Brasilien

Die Brandkatastrophe von Santa Maria schockiert ganz Brasilien. Mehr als 230 Menschen verloren in der Diskothek «Kiss» ihr Leben, Dutzende wurden verletzt. Präsidentin Dilma Rousseff ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Mehrere Personen wurden laut Medien vorläufig festgenommen, darunter einer der Disco-Besitzer.

Dicker Rauch dringt aus der Disco: Mehr als 230 Menschen bezahlten in Brasilien den Ausgang mit dem Tod.

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Feuerwehrleute kämpfen am Sonntagfrüh verzweifelt gegen den Discobrand in der brasilianischen Stadt Santa Maria an.

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Dramatische Szenen in der Strasse vor der Disco, in welcher sich das Drama ereignete.

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Ein Brand in Brasilien kostete Dutzende Menschenleben (Symbolbild).

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Rio de Janeiro. – Der Gouverneur des Bundesstaats Rio Grande do Sul, Tarso Genro, kündigte umfassende Ermittlungen an zum Unglück, das sich in der Nacht auf Sonntag ereignete.

Die Feuerwehr hatte erklärt, dass zum Zeitpunkt der Katastrophe eine wichtige Tür abgeschlossen gewesen sei. Ersten Berichten zufolge war der Nachtclub zudem überfüllt und die Betriebslizenz ausgelaufen.

Überlebende berichteten weiter, dass Türsteher der Diskothek versucht hätten, sie am Verlassen des Lokals zu hindern. In vielen brasilianischen Bars ist es üblich, dass Gäste für ihre Getränke erst beim Hinausgehen bezahlen. Das Sicherheitspersonal habe keine bösen Absichten gehabt, erklärte ein Polizeiinspektor. Es sei einfach zu chaotisch gewesen.

Das Feuer war nach Angaben von Augenzeugen durch die Pyrotechnik-Show einer Rockband ausgelöst worden. Der Brand breitete sich über die Dämmung der Decke rasend schnell aus. Für viele der jungen Gäste wurde der Club zur Todesfalle.

Die meisten Opfer erstickten in der Menge oder wurden zu Tode getrampelt. Nach Angaben des Zivilschutzes starben 120 Männer und 113 Frauen. Allein 180 Menschen kamen in den Toiletten um, wohin sie auf der Suche nach einem Fluchtweg gerannt waren.

Mehr als 100 Menschen wurden in der Nacht zum Montag noch in Spitälern behandelt. Davon sind nach Angaben der Behörden mindestens 40 in einem kritischen Zustand.

«Das ist eine Tragödie für uns alle», sagte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, die wegen der Brandkatastrophe ihren Aufenthalt beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Chile verkürzte. In einem Fernsehinterview brach sie in Tränen aus und versprach Hilfe für die Opfer und ihre Familien.

Die Nachricht vom Unglück hatte weltweit für Bestürzung gesorgt. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich tief betroffen, dass so viele junge Menschen bei der Tragödie den Tod fanden. Auch die Teilnehmer des EU-Lateinamerika-Gipfels gedachten der Opfer der Tragödie.

Argentinien, das im Jahr 2004 eine ähnliche Katastrophe in einem Nachtclub von Buenos Aires mit 194 Toten erlebt hatte, bot am Sonntag seinem Nachbarland Hilfe an. Unter anderem wollen die argentinischen Gesundheitsbehörden Brasilien Reserven an menschlicher Haut für Transplantationen zur Verfügung stellen.

Am Montag wollte Brasilien eigentlich den Beginn der Fussballweltmeisterschaft in genau 500 Tagen feiern. Das Fest im Stadion der Hauptstadt Brasília, mit der der offizielle Countdown beginnen sollte, wurde abgesagt. Die 270'000-Einwohner-Stadt Santa Maria liegt 300 Kilometer westlich von Porto Allegre, einem der Austragungsorte der Fussballweltmeisterschaft im nächsten Jahr. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 28.01.2013, 16:40 Uhr
  • Webcode: 2773065
 

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Detlef von Seggern

27.01.2013 18:03 Uhr

Brandkatastrophe

Was soll man dazu noch sagen, angesichts dieses grauenvollen Ereignisses, welches hunderte junger Menschen mit in den Tod riss. Junge Frauen wie Männer, welche sich vergnügen wollten, wo aber dann innerhalb kürzester Zeit, Tod, Leid und Elend über sie herein brach! Ein Trauma, welches ein nicht geringer Teil der Überlebenden, "ein Leben lang" mit sich herum tragen wird.

Nicht wenigen Menschen, auch außerhalb Brasiliens werden die Tränen in den Augen stehen, im Hinblick auf diese Tragödie! Mitfühlen kann man mit all den - nicht nur nahen Angehörigen - welche dadurch ihre Söhne, Töchter, die Mutter oder auch Vater verloren.

 

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