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Frühlingsbeginn am 20. März 2016

Dieses Jahr beginnt der Frühling am 20. März, als Folge des eingeschobenen Schalttages Ende des letzten Monats (siehe auch Schalttag am 24. Februar). Es ist dies der astronomische Frühlingsbeginn, Tagundnachtgleiche. Doch auch in den nächsten Jahrzehnten werden wir uns mit dem 20. März als Frühlingsbeginn vertraut machen (müssen).

Von Paul Furrer-Bischofberger

Der Frühlingsbeginn basiert auf dem Äquinoktium. Dies ist der Moment, wenn die Sonne bei ihrer scheinbaren Jahresbewegung auf der Ekliptik den Himmelsäquator überschreitet. Die Schnittpunkte von Ekliptik und Äquator werden Frühlings- und Herbst- beziehungsweise Widder- und Waagepunkt genannt. (Foto und Text aus Wikipedia). Zweimal pro Jahr sind Tag und Nacht gleich lang, deshalb auch der Name Tag-und Nacht-Gleiche (Aequinoktium).

Einer dieser beiden Tage markiert den Herbstbeginn (22. oder 23. September auf der Nordhalbkugel), der andere den Frühlingsbeginn. Und dieser findet in diesem Jahr bei uns exakt am 20. März um 5.30 Uhr morgens statt. 

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Grafik Wikipedia

Abgesehen von der exakten astronomischen Festlegung kann der Frühlingsbeginn auch festgelegt werden bei der Betrachtung des ersten Blühens unterschiedlicher Pflanzenarten, wobei die regionale Lage berücksichtigt wird.          

Unzählige Dichter beschrieben den Frühling in ihren Gedichten. Lassen wir unseren Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) sprechen:

Ja es umgibt uns eine neue Welt!
Der Schatten dieser immergrünen Bäume
Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder
Das Rauschen dieser Brunnen, schwankend wiegen
Im Morgenwinde sich die jungen Zweige.
Die Blumen von den Beeten schauen uns
Mit ihren Kinderaugen freundlich an.
Der Gärtner deckt getrost das Winterhaus
Schon der Citronen und Orangen ab,
Der blaue Himmel ruhet über uns,
Und an dem Horizonte löst der Schnee
Der fernen Berge sich in leisen Duft.

Im Kalender beginnt der Frühling (noch) am 21. März

Den kalendarischen Frühlingsbeginn respektive den Beginn des astronomischen Frühlings  legte man im Jahre 325 n. Chr. am Konzil von Nizäa auf den 21. März fest. Eigentlich ging es damals um die Festlegung des Osterfestes. Doch da dieses immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert werden sollte, musste man natürlich erst mal letzteren festlegen.

Doch nicht in allen Kulturen wird am 20./21. März vom Frühlingsbeginn gesprochen. 

  1. Im Bahá’í-Kalender beginnt das Jahr am 21. März in Gemeinjahren und 20. März in Schaltjahren, der Naw Ruz oder Nouruz genannt wird. Dieser Feiertag wird im Iran, in Tadschikistan, Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan, Aserbaidschan, Afghanistan, in der parsischen Gemeinde, in Indien, Kosovo, in Pakistan und von den Kurden gefeiert und geht angeblich auf Zarathustra zurück.
  2. Der erste Tag des Jahres im iranischen Kalender wird bestimmt durch den  astronomischen Frühlingsbeginn, die Frühlingstagundnachtgleiche (siehe Nouruz). Diese liegt im gregorianischen Kalender zwischen dem 19. März und dem 21. März. Wenn der Zeitpunkt der Frühlingstagundnachtgleiche vor 12:00 Uhr Ortszeit Teheran ist, wird dieser Tag der erste Tag des neuen Jahres, ansonsten der nächste Tag. Ein Jahr im iranischen Kalender geht also immer    von einer Frühlingstagundnachtgleiche bis zur nächsten. Das entspricht relativ genau dem tropischen Jahr, aber nicht ganz.

 

Warum sich der Frühlingsbeginn verschiebt

Eingangs ist erwähnt, dass durch das Einschieben des Schalttages sich der astronomische Frühlingsbeginn dieses Jahr auf den 20. März verlagert Den meisten Menschen ist aber eher das Datum des 21. März vertraut. Tatsächlich fiel er Anfang des 20. Jahrhunderts immer und später meistens auf dieses Datum.

Das nächste Aequinoktium für den Frühlingsbeginn am 21. März findet erst im Jahre 2102 statt.

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Skizze Wikipedia

Doch weil die Dauer eines Umlaufs der Erde um die Sonne (365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 45,261 Sekunden) nicht genau zu einem Kalenderjahr passen kann, muss sich der Termin des Frühlingsanfangs mit der Zeit verschieben.

Schalttage und die Umlaufzeit der Erde um die Sonne, die sich nicht an ganze Tage hält, beeinflussen also den «Frühlingsbeginn».

Doch bis auf Weiteres kann man diese komplizierten Details ausser Acht lassen. Bis zum Jahre 2048 wird der Frühlingsanfang beim 20. März bleiben. Dann wird die Tag-und-Nacht-Gleiche auf den 19. März fallen. (Angaben aus «Die Welt» vom 15. März 2016). Weiter wird festgehalten, dass auf einen Frühlingsanfang am 21. März  wir sogar bis 2102 warten müssen – es sei denn, es gibt zwischenzeitlich eine Kalenderreform. Bei der Berechnung des Ostertermins, der sich ja aus dem Termin des ersten Vollmonds nach Frühlingsbeginn ergibt, wird allerdings auch künftig immer der 21. März als Stichtag gelten.

Aber eigentlich ist es egal, welches Datum der Kalender anzeigt, wenn der Frühling beginnt. Freuen wir uns einfach auf die wärmeren und sonnigen Tage.

Jeder Frühling trägt den Zauber eines Anfangs in sich. (© Monika Minder)

und

Das Schöne am Frühling



Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann 
kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.

 (Jean Paul 1763-1825, deutscher Schriftsteller)

Paul Furrer-Bischofberger ist Miglied der Astronomischen Gesellschaft Graubünden.

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