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Von Asteroiden und Kometen

Hobby-Astronomen und Weltraumfahrt-Begeisterte rüsten sich für den 12. November 2014. An diesem Tag wird der Versuch unternommen, erstmals in der Geschichte der Menschheit einen Roboter auf einem Kometen (67P/Churyumov-Gerasimenko) zu landen.

Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko.

Grössenvergleich mit einer Grossstadt.

Dieses Ereignis ist einigen sogar eine Party wert. Kürzlich flatterte mir einen Einladung aus Gossau (St. Gallen) ins Haus. Eingeladen wird nicht nur, um die Landung live zu erleben, nein, ein gediegenes Nachtessen wird serviert und kein Minderer als der bekannte Radio- und TV-Fachjournalist für Raumfahrt und Astronomie, Men Jon Schmidt, ist mit von der Partie. Ein Kometenbier soll im Preis inbegriffen sein.

Immerhin geht es da um einen Brocken, der vermutlich älter ist als die Erde und noch nie Besuch eines Raumfahrzeuges hatte. Die Bilder, die die Sonde an die Bodenstation übermittelt, sind atemberaubend. Erst unscharf aus Tausenden Kilometern Entfernung, stammen die letzten Bilder der Sonde aus einer Distanz von weniger als acht Kilometer. Die nachfolgenden Bilder der ESA zeigen den Brocken aus verschiedenen Winkeln aus etwa. 7,5 Kilometer Distanz.

Mit dem Landegerät «Philae» wagt die ESA in Darmstatt dann den Versuch, auf einer vorgesehenen Fläche sich am Kometen festzukrallen. Eine Schweizer Firma hat das System entwickelt: Schweizer Kameralinsen sind am Werk, um uns messerscharfe Bilder zu liefern. Gelingt das Unterfangen, darf sich da die Europäische Raumfahrt einen Kranz winden.

Aber letztlich geht es um die Erforschung der Materialzusammensetzung solcher kosmischer Körper. Wie viel Wasser haben Kometen an Bord? Haben Bestandteile von Kometen die Entstehung von Leben auf der Erde begünstigt? Nur einige Fragen, die Grund genug sind, solche Flüge zu starten.

Je näher der Komet zur Sonne kommt, desto mehr Gas- und Staubfontänen sind zu beobachten. (Bild ESA)

Asteroiden und Kometen kommen von weit ausserhalb der Erde oder gar ausserhalb der acht bekannten Planeten auf stark elliptischen Bahnen in unsere Nähe und treffen ab und zu einem dieser Planeten.

Erst am letzten Sonntag passierte ein Komet namens «Siding Springs» den Planeten Mars in etwas 140 000 Kilometer Entfernung (ein Drittel der Distanz Erde–Mond).

Der Vorbeiflug des Kometen «Siding Spring» am Planeten Mars, aufgenommen von Raumsonden, die den Mars umkreisen.

Im Februar 1994 stürzte der Komet «Shoemaker/Levi 9», der zuvor von der Gravitation des Planeten Jupiter nahezu in seine Einzelteile zerlegt wurde, in den Gasplaneten.

Die Einschläge der einzelnen Minikometen erzeugten auf dem Planeten Dunkelwolken, welche die Grösse der Erde teilweise um ein Mehrfaches übertrafen. Jupiter hat einen 11-mal grösseren Durchmesser als die Erde. (Bilder Nasa)

Das Manöver der Annäherung einer Raumsonde an einen Kometen oder Asteroiden zu wagen, hat verschiedene Gründe. Sicherheitsmassnahmen für den Fall, dass so ein Körper eben nicht haarscharf vorbeizieht, sondern unsere Erde treffen könnte, der rein wissenschaftliche Aspekt, von dem bereits die Rede war und eine eventuell wirtschaftliche Ausbeutung solcher Körper, sollten sie Material enthalten, das auf unserem Planeten zum Beispiel nur noch mit grösstem Aufwand aus einer Tiefe von einigen Tausend Metern gewonnen werden könnte (seltene Erden).

On October 29, 2014 there were 1509 potentially hazardous asteroids.

 

Recent & Upcoming Earth-asteroid encounters:

Asteroid

Date(UT)

Miss Distance

Size

2014 UU33

Oct 25

6.9 LD

41 m

2014 UH57

Oct 27

7.8 LD

13 m

2014 UF56

Oct 27

0.4 LD

15 m

2003 UC20

Oct 31

52.4 LD

1.0 km

2014 UX57

Nov 6

3.6 LD

25 m

2004 JN13

Nov 18

52.4 LD

4.1 km

1998 SS49

Nov 18

73.9 LD

3.1 km

2005 UH3

Nov 22

44.4 LD

1.3 km

 

Am 27. Oktober 2014 schrammte der Asteroid 2014 UF56 in 15 360 Kilometern an uns vorbei.

Am 1. Dezember startet die Nasa erstmals ihre neue Raumkapsel für bemannte Flüge zu einem Testflug. Diese Kapsel ist so konstruiert, dass Reisen bis zum Mars möglich werden. Reisen zu Asteroiden, die sich in der Gegend zwischen Mars und Erde tummeln, liegen da im Bereich des Möglichen.

Ingenieure der Nasa beim Vorbereiten der Raumkapsel «Orion» für einen Test. (Bild Nasa)

Aber auch die amerikanische Privatwirtschaft, allen voran Elon Musk, der Erbauer des Elektro-Traumautos aller Frauen und Männer, des Tesla, baut seine erste Riesenrakete. Sie wird in der Lage sein, 50 Tonnen in eine Umlaufbahn um die Erde zu schiessen oder über 20 Tonnen in eine Bahn zum Mond. Die «Falcon Heavy» wird, wenn alles klappt, 2015 an den Start gehen.

Falcon Heavy der Firma SpaceX. (Bild SpaceX)

Russland, China, Japan, Brasilien und Indien sind dabei, nachzuziehen. Musk hat den Beweis angetreten, dass Innovation ein und alles ist. Was mit Innovation geschaffen werden kann, bringt kein politischer Entscheid fertig. Musk hat der Nasa und Boeing das Lächeln genommen. Er baut an den Transportsystemen zur ISS mit und entwickelt die erste Rakete, deren einzelne Stufen und die Raumkapsel dort wieder landen, wo sie starteten.

Erste Stufe der Falcon 9 beim Schwebeflugtest. (Bild SpaceX)

Wir werden Gewaltiges erleben. Wir können dabei sein oder abseits stehen. Unsere Jugend braucht Bildung und noch einmal Bildung, unser Land innovative Leute, sonst werden wir auf der Verliererseite stehen.

Schauen Sie mit Ihren Kindern die Landung von «Philae» auf dem Kometen «Tschury» im Fernsehen. Sie sollen lernen, dass Vergnügen nur eine Nebensache ist, Bildung aber alles. 

Besuchen Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Vortrag am 14. November, 20:15 Uhr, organisiert von der Astronomischen Gesellschaft Graubünden im Comandersaal in Chur. Hier geht es um Kometen und Asteroiden. Unser Mitglied Florian Kehl wird Ihnen erklären, warum zwischen Chur und Falera 281 Millionen Kilometer liegen. Da der Vortrag gerade mal zwei Tage nach der Landung auf «Tschury stattfindet, wird von diesem Ereignis sicher auch die Rede sein.

Wir werden ein Modell des Kometen «Tschury» und der Landekapsel «Philae» sowie des Cedes-Telekops von Falera dort haben.

Vor ein paar Jahren undenkbar gewesen: Unser Mitglied Martin Oberholzer hat sich die einschlägigen Daten von der ESA besorgt und den Kometen gleich selber im 3D-Drucker hergestellt.

Der Lander «Philae» im Bau.

Cedes-Teleskop von Falera im Massstab 1:2,5 im Rohbau. Noch ist das Ding im Rohbau und nicht fertig, aber wir schaffen das schon noch.

Ein Besuch in der Sternwarte Mirasteilas in Falera ist sozusagen ein MUST. Dort werden Asteroiden entdeckt, vermessen und deren Bahn bestimmt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

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