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Das war der «Roadside Astronomy Event»

Wenn sich Mitglieder der Astronomischen Gesellschaft Graubünden mit Mitgliedern des Trägervereins Kinderlab Landquart zusammentun und auf dem Bahnhofplatz Landquart zur Strassenastronomie laden, so ist das zwar aussergewöhnlich, aber keineswegs eine Schnapsidee.

Am Samstag, 27.September 2014, ab 10 Uhr haben wir bei besten Wetterbedingungen geschätzte 120 Besucher an unserem sogenannten «Roadside Astronomy Event» begrüssen dürfen.

Passanten, Zugreisende, Astronomiebegeisterte, Kinder, Eltern ja sogar leicht Angetrunkene wagten einen Blick in die Sonne, Richtung Mond, Saturn und diversen anderen Himmelsobjekten. Sogar aus Zürich und Gossau hatten wir Gäste, einige diskutierten in Englisch.

Ein Ziel der Übung war es, die Astronomie den Besuchern nahezubringen. Ein weiteres Ziel war es, den Interessierten und den Kindern des Kinderlab Landquart Leute vorstellen zu können, die sich leidenschaftlich mit den Schönheiten des Universums beschäftigen. Und ganz nebenbei gab es da auch noch etwas Elektronik zu bestaunen.

Einige Mitglieder der AGG brachten computergesteuerte Instrumente mit, Dr. Claudio Palmy  sogar CCD-Camera inklusive Beamer und Leinwand. Neben Live-Übertragungen waren da aber auch Filme und Bilder zu sehen.

Andere kamen mit dem Kofferteleskop, dem sogenannten Teleskop in Dobson-Bauweise. Was aussieht wie ein mittelalterliches «Kommödli», lässt sich zu einem handlichen Köfferchen zusammenschachteln. Manche Handtasche der modernen Frau ist grösser.

8“ Teleskop, 20cm Öffnung, in Dobson-Bauweise.

Und der Kollege scheute keine Mühen. Wo auch immer er einen geeigneten Platz fand, richtete er seine Teleskope himmelwärts. Egal wo – Hauptsache clear sky.

Auch das Teleskop des Kinderlab Landquart war im Einsatz. Manch einer war überrascht, von der Qualität dieses Instrumentes.

Einen unerwarteten Besuch bekamen wir von einem älteren Herrn. Er schaute durchs Okular und sein fachmännischer Kommentar liess aufhorchen. Da stand ein echter Hochseekapitän vor uns, der sich nach kurzem Gespräch bereit erklärte, im Kinderlab den Kindern über die Seefahrt zu berichten und im Speziellen die Navigation auf hoher See mit dem Sextanten zu erklären. Die Leiterin des Kinderlab, Elisabeth Flury-Schneller, hat dieses Angebot sofort angenommen und per Handschlag festgezurrt.

Kurze Zeit später trat der fundierte Kenner und Wissenschaftsjournalist für Raumfahrt,  Astronomie, Optik in Observatorien und Raumsonden, Men Jon Schmidt, auf den Platz. Auch er erklärte sich bereit, das Kinderlab mit einem Vortrag im laufenden Kursjahr zu unterstützen. Er wird öffentlich ausgeschrieben.

Es war ein gelungener, erfolgreicher Tag, und manch lustige Situation hatte sich spontan ergeben.

Wir hätten ihn eigentlich als Maskottchen der AGG «Canis Minor» nach dem gleichnamigen Sternbild (Kleiner Hund) taufen können.

Für die ganz Kleinen, die eher eine leicht verdauliche Materie suchten, lagen Puzzles bereit. Und wenn die Teile passten, gab es entweder ein «Marsli» oder ein «Milky Way».

Die Besucherinnen und Besucher staunten oft nicht schlecht, wenn man ihnen etwas über die Grösse der Sonnenflecken erzählte.

Unsere Erde im Vergleich zur Grösse von Sonnenflecken.

Eine vermeidliche Entdeckung einer Sternexplosion um etwa 17:00 brachte Aufregung auf den Platz. Ein heller Stern am taghellen Himmel, so etwas hatten wir uns gerade noch gewünscht. Es dauerte aber nicht lange, da entpuppte sich die astronomische Seltenheit als kleiner, weisser, hoch aufgestiegener Ballon mit weisser Schnur.

Viele Besucher, die schon am Tag die Sonne beobachteten, kamen am Abend erneut auf den Platz. Das war für uns der Beweis, dass wir Interesse wecken konnten.

Unseren Dank richten wir an die Gemeinde Landquart für das Löschen der Bahnhofplatz-beleuchtung. Leider hat der Geschäftsmann am Bahnhofplatz infolge Nichteinhaltung seines Versprechens, seine Schaufenster für einmal unbeleuchtet zu lassen, die Wirkung des Entgegenkommens der Gemeinde zunichte gemacht.

Allen Besuchern des Anlasses, aber auch allen Akteuren, egal in welcher Form sie zum Erfolg des Events beigetragen haben, dankt der Vorstand der AGG recht herzlich. Bei einem kommenden Gedankenaustausch werden wir klären, ob, in welcher Form, wann und wo wir wieder zum «Roadside Astronomy Event» einladen.

Wir hoffen, viele jetzt bekannte Gesichter in der Sternwarte Mirasteilas in Falera, wo die Bedingungen weit besser sind als in Landquart, wieder begrüssen zu dürfen.

Herzlich willkommen.

www.mirasteilas.ch

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